bild für blogbeitrag fotorama und dce

Bildunterschriften bei Fotorama in TYPO3 mit Dynamic Content Elements DCE

Die Fotorama Diashow ist sehr flexibel und in etliche Content Management Systeme integriert.
Für die Darstellung einer Bildunterschirft, die innerhalb des jeweiligen Bildes erscheint, benützt Fotorama das „data-tag“.

<div class=“fotorama“>
<img src=“1.jpg“ data-caption=“Bildunterschrift eins“  />
<img src=“2.jpg“ data-caption=“Bildunterschrift zwei“  />
</div>
 Die genaue Anleitung gibt es bei Fotorama hier: http://fotorama.io/customize/captions/

 Vorgehen bei TYPO3 – 7.x mit Dynamic Content Elements DCE

Innerhalb der Definition des DCE kreiert man ein Feld für Bilder. Als Backend-Element benutzt man:

TYPE:FAL
File Abstraction Layer (recommended)

DCE fal viewhelper

Hier nicht vergessen in der Definition des Backend-Feldes (TCA) die Variable eintragen:
In meinem Fall wird die Vorgabe: „fal“ durch „sliderImg“ ersetzt. Es gibt auch einen Hinweis in brauner Schrift.

Mit dieser Definition erhält man im Backend ein Feld zur Eingabe von Bildern, die ausgewählt werden können und dann automatisch den richtigen HTML-Code bekommen:

Backend DCE für FAL

TYPO3 Backend FAL

Der zugehörige HTML-Code sieht so aus:

<!–slider–>
<section class=“slider“>

<div class=“fotorama“ id=“fotorama“ data-nav=“thumbs“ data-allowfullscreen=“native“ data-autoplay=“4000″ data-stopautoplayontouch=“false“>

<img src=“fileadmin/Resources/Public/Images/sliderImg/slider01_805_480.jpg“ width=“805″ height=“480″ alt=“kommt von fal“  />

<img src=“fileadmin/Resources/Public/Images/sliderImg/slider02_805_480.jpg“ width=“805″ height=“480″ alt=“kommt vom fal“ />

<img src=“fileadmin/Resources/Public/Images/sliderImg/slider03_805_480.jpg“ width=“805″ height=“480″ alt=“from fal“ />

<img src=“fileadmin/Resources/Public/Images/sliderImg/slider04_805_480.jpg“ width=“805″ height=“480″ alt=“from fal“ />

</div>
</section>

WICHITG!
Das Alt-Attribut kommt vom FAL = File Abstraction Layer, also von der Bildverwaltung des Bilderordners im „fileadmin“. Dort kann man das Alt-Attribut angeben, nachdem man auf den Bildnamen geklickt hat. Genauso kann man dort das Title-Attribut angeben! Die Bilder bekommen diese Attribute also zentral für alle Verwendungen mit.

Wie bekommt man das „data-caption =“Die Bildunterschrift des Bildes“ in den Code?

Die Antwort steckt im „f:image-ViewHelper“ der innerhalb der DCEs verwendet wird:

Die Referenzseite findet man hier: https://docs.typo3.org/typo3cms/ExtbaseGuide/Fluid/ViewHelper/Image.html

Nachdem man wie oben beschrieben das Backend-Eingabefeld angelegt hat, muss man für das DCE noch im Template das Ganze zum Leben erwecken und fügt folgende Zeile in das Template ein:

<!–slider–>
<section class=“slider“>
<div class=“fotorama“ id=“fotorama“ data-nav=“thumbs“ data-allowfullscreen=“native“ data-autoplay=“4000″ data-stopautoplayontouch=“false“>
<f:for each=“{dce:fal(field:’sliderImg‘, contentObject:contentObject)}“ as=“fileReference“>   <f:image  src=“{fileReference.uid}“ treatIdAsReference=“1″  data=“{caption: fileReference.title}“ />
</f:for>
</div>
</section>

Der entsprechende vom DCE schon vorgegebene ViewHelper heißt:
„dce-fal“ indem wiederum der TYPO3 ViewHelper „f:image“ steckt.

dce fal-viewhelper

Der f:image-ViewHelper muss nun um das Data-Attribut erweitert werden, damit am Ende innerhalb des Data-Attributes die Texte erscheinen, die man im Title angegeben hat:

<f:image  src=“{fileReference.uid}“ treatIdAsReference=“1″  data=“{caption: fileReference.title}“ />

Dies bedeutet, dass im Data-Object „fileReference“, das zuvor mit dem ViewHelper kreiert wurde, der Titel ausgelesen wird und das Data-Attribut den Namen „caption“ nach dem Bindestirch bekommt, also „data-caption“:

Ausgabe am Ende:

<img data-caption=“here you see the title“ src=“fileadmin/Resources/Public/Images/sliderImg/slider01_805_480.jpg“ width=“805″ height=“480″ alt=“kommt von fal“ title=“here you see the title“ />

Etwas unschön ist, dass der ViewHelper gleichzeitig ein „title-tag“ mit demselben Inhalt erstellt.

 

Weitere Möglichkeiten mit dem „fileReference-object“

zeige ich in einem anderen Blogbeitrag, der sich um reine Bildabfolgen kümmert und wie man unter diese verschiedene Bildunterschriften setzen kann:

TYPO3-DCE – Mit dem FAL-Viewhelper Bildunterschriften (figcaption) erzeugen

 

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Ubuntu

Ubuntu 16.04 LTS – Spy-Ware abstellen

Die neue Langzeit-Version von Ubuntu-Desktop ist seit 21. April 2016 verfügbar. Leider scheint die Firma Canonical aus Südafrika „im Jahr 3 nach Snowden“ wieder ein paar böse Überwachungsfunktionen eingebaut zu haben. Offiziell kann man diese zwar ausschalten oder löschen, aber bei einem Vertrauensverlust in eine Open-Source-Software stellt sich natürlich sofort die Frage, wer das Ganze überhaupt überwacht und sicherstellt, dass das, was im ISO-Installationsimage von Ubuntu drin sein sollte, auch das ist was wirklich darin enthalten ist.

Falls jemand zu Code-Reviews oder sonstigen Sicherheitsaktivitäten bei Canonical oder generell auf dem Open-Source-Gebiet Informationen hat, freue ich mich über einen Kommentar.

Hier die offiziellen Angaben zum Ausschalten der sogenannten „Einkaufs-Linsen“ und dem Wechsel der voreingestellten Suchmaschine.

Nicht die schwäbischen Linsen, sondern die optischen sind hier gemeint und die sind auch nicht aus Glas sondern aus Bits und Bytes. Canonical schickt alle im Computer getätigten Eingaben zu Amazon (unity-lens-shopping) und sonstigen Diensten (wer auch immer), die dann ihrerseits Kaufvorschläge direkt im Ubuntu-Fenster machen oder die Daten nach ihren jeweiligen Bedürfnissen auswerten, weitergeben …

siehe auch hier: https://wiki.ubuntuusers.de/Unity/Unity_Lenses/

Amazon in Ubuntu LTS 16.04 loswerden (zumindest augenscheinlich)

Will man alle online Suchergebnisse bei der lokalen Suche auf dem Computer abschalten (in der sogenannten „Dash“) dann über:

>Systemeinstellungen>>Sicherheit & Datenschutz >>Suche>>“Bei der Suche im Dash: Auch Online-Suchergebnisse  verarbeiten“ auf „OFF“

Online-Suche Ubuntu

Suche im Dash – online Suche (und Datenweitergabe an wen auch immer)

Findet man es gut, dass bei der Suche in der „Dash“ z.B. auch Ergebnisse von Wikipedia aufgelistet werden, dann muss man den generellen Schalter auf „ON“ lassen und einzelne „Suchlinsen“ ausschalten. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Im Terminal

thomas@ubuntu: ~$ gsettings set com.canonical.Unity.Lenses disabled-scopes „[‚more_suggestions-amazon.scope‘, ‚more_suggestions-u1ms.scope‘, ‚more_suggestions-populartracks.scope‘, ‚music-musicstore.scope‘, ‚more_suggestions-ebay.scope‘, ‚more_suggestions-ubuntushop.scope‘, ‚more_suggestions-skimlinks.scope‘]“

Hier kann man dann entsprechend der eigenen Bedürfnisse entscheiden, welche Dienste man ausschaltet.

2. In den Einstellungen der „Dash“ direkt

>in die Dash klicken>>dann am unteren Ende auf das Zirkelsymbol>>jetzt in der Zeile „Dash-Erweiterungen“ nochmals auf das Zirkelsymbol

Nach einem weiteren Klick auf Anwendungen – unten links – kann man hier einzelne, „giftige“ Linsen abschalten, links oben das lila Symbol für die „Dash“:

Dash-Einstellungen

Einzelne „Dash-Such-Linsen“ in den Einstellungen der Dash ausschalten

Amazon deaktivieren

Amazon ausschalten - Ubuntu

Amazon in der Dash-Suche ausschalten

Hiermit werden keine Amazon-Ergebnisse mehr angezeigt, aber inwieweit trotzdem Daten an Amazon geschickt werden ist nicht nachvollziehbar.

Amazon als Programm loswerden

Nachdem man die obigen Schritte geschafft hat, steht immer noch in der „Startleiste“ am linken Bildschirmrand das Amazon-Programm-Symbol. Dieses lässt sich leicht aus der „Startleiste“ entfernen, indem man mit einem Rechtsklick darauf klickt und „Aus Starter entfernen“ wählt. Damit ist das Programm aber nicht vom Rechner, sondern nur aus der „Startleiste“ verschwunden. In der „Startleiste“ gibt es noch den „Koffer mit dem Zirkel“ – der „Ubuntu-Software-Manager“. Mit dem Softwaremanager kann man sich zwar alle installierten Programme anzeigen lassen und auch verwalten, aber es gibt keine Möglichkeit das Amazon-Programm zu deinstallieren.

Dies erinnert doch sehr an die Schadsoftware „ask-toolbar“ oder an die Penetranz von „McAfee“, die Manchen schon zur schieren Verzweiflung gebracht haben, weil man sie einmal eingefangen, kaum noch los wird.

Das ganze Problem liegt daran, dass das Amazon-Programm in die „unity-webapps-common“ eingebacken, integriert ist. Man kann auf der Anwenderebene also nur „das Kind mit dem Bade ausschütten“. Ein simpler aber sehr hinterhältiger Trick. Dennoch kann man Teile davon – Linux sei Dank  – mit dem Terminal loswerden:

Terminal:
thomas@ubuntu: ~$ sudo rm -rf /usr/share/applications/ubuntu-amazon-default.desktop

Das Kommando bedeutet ungefähr:  Super-User (sudo) mit Veränderungsrechten entferne (rm) im Verzeichnis „applications“ die Datei „ubuntu-amazon-default.dektop.

Hier ein Blick in das „Applications-Verzeichnis, was sonst noch alles unter „unity“ vorhanden ist:

unity ubuntu

Unity-Programme Ubuntu

Google-Ubuntu Startbildschirm bei Firefox

Generell sollte man – als mündiger und aufgeklärter Bürger –, aufgrund der gigantischen Übermacht von Google, auf Google-Dienste soweit als möglich verzichten. Die Daten der Welt in den Händen von wenigen Geheimdiensten und auf den Servern von 5 gigantischen amerikanischen Firmen, versprechen nicht gerade eine faire Wirtschaft für alle und eine friedliche Zukunft. Aus Mangel an freien internationalen Suchmaschinenalternativen sollte man wenigstens den Kleinen auch eine Chance geben, auch wenn die Ergebnisse nicht immer mit denen von Google mithalten können >>DuckDuckGo<<
Die sehr guten Suchergebnisse von Google, sprechen paradoxerweise gegen Google selbst, da sie nur aufgrund einer extremen allumfassenden Datenausbeute und Datensammlung zustande kommen können. Ein Dilemma.

Die Voreinstellungen für Firefox bezüglich der Suchmaschine findet man in den Einstellungen:

>>Bearbeiten>>Einstellungen>>Suche

Braucht man doch einmal Google so kann man in der Suchleiste neben der Lupe immer noch Google auswählen.

Canonical und Google

Ich habe noch nicht herausbekommen, was Canonical für einen Vertrag mit Google hat, damit es seinen Startbildschirm – siehe das Titelbild – mit Google verbindet. Es ist, um auf das Zitat am Anfang zurückzukommen, „im Jahr 3 nach Snowden“ auf alle Fälle keine gutes Zeichen.

Seit Snowden wissen wir, dass aufgrund der amerikanischen Gesetze „Google=NSA“  bedeutet, da die Server der NSA direkt mit denen von Google verbunden sind. Und das hat wenig mit Terrorismus zu tun sondern zu 99% mit Macht und wirtschaftlichen Interessen. Sie entscheiden, leisten Sie jeden Tag ihren kleinen Beitrag zur Machtakkumulation, oder wollen Sie auch in Zukunft eine vielfältige vielleicht ein wenig gerechtere Welt.

Als ein inkonsequentes Paradoxon und als lebendiges Zeichen dafür, in was für Abhängigkeiten wir derzeit sind – schöne neue Welt – finden Sie hier den Link zu meinem Google+ Profil:

Autor: Thomas Hezel

 

Wer ist wichtiger, der Cutter oder die Idee des Softwaredesigners?

fcpX – Final Cut Pro X: Unzulänglichkeiten und was wirklich nervt

Das ungeliebte Schnittprogramm Final Cut Pro X hat sich trotz aller Widerstände und vehementer Kritik am Markt etabliert. Kommt man mit der nicht weiterentwickelten Programmierung von Final Cut 7 an seine Grenzen, so liegt es nahe, nicht zu Avid zu wechseln sondern auf der gleichen Plattform zu bleiben. Dafür spricht natürlich auch der relativ geringe Anschaffungspreis im Gegensatz zur Avid-Welt. Darüber hinaus gibt es etliche Webseiten, die propagieren, dass das Unbehagen über die komplett andere Arbeitsweise nicht am Programm liegen würde, sondern an eingefahrenen (überkommenen) Arbeitsabläufen der Benutzer, die sich einer neuen, besseren Welt gegenüber sträuben würden.

Mein Fazit lautet: Diese Argumentation hat zum Teil ihre Richtigkeit, stimmt aber im Großen und Ganzen nicht. Die Grundidee von Final Cut Pro X liegt darin, dass man sich von festen Bearbeitungslinien löst (Spuren) und stattdessen mit frei fließenden Clips arbeitet, die man gegenseitig aneinander fixiert und so am Ende zu einem flexiblen, frei fließenden, komplexen Gebilde kommt, das sich wie eine Fischschwarm immer wieder automatisch neu formiert und nicht an starren Linien verhaftet ist.

Dies funktioniert während einer Ideen- oder Strukturfindung wirklich prima. Auch wenn es nicht so genau auf ein paar Bilder oder Sekunden hin oder her ankommt und man einfach schnell mal einen Video-Clip zusammenbasteln will, ist diese Form der Bearbeitung sicher extrem effizient und schnell. Man bedenke nur, wie umständlich es ist in Final Cut 7 zwei Clips gegenseitig auszutauschen. Auf der anderen Seite sind klar definierte Spuren (vor allem beim Ton) ein echter Segen und natürlich auch eine wirkliche Strukturhilfe, die dem Schnittmeister (ja, so heißt dieser Beruf) helfen nicht in die Beliebigkeit abzurutschen.

Schaut man sich den Schritt vom „richtigen“ Schnitt am Steenbeck, zum elektronischen Schnitt an, so gab es schon in dieser Generation einen komplett neuen Arbeitsablauf. Beim klassischen Filmschnitt kam das Material aus dem Kopierwerk und wurde von der zweiten Assistentin erst einmal beschriftet. Mit einem weißen Stift, per Hand, alle paar Bilder wurde die Klappennummer auf den Filmstreifen geschrieben. Danach kam die erste Assistentin und hat das Bildmaterial mit dem Tonmaterial synchronisiert, das Ganze abgelegt und ordentlich in ein Regal sortiert. Manchmal im gleichen Raum oder direkt daneben saß in der Regel eine weibliche Schnittmeisterin. Bevor der Schnitt begann wurde mit Regie, Kamera und ein paar engagierten Filmteammitgliedern (Regieassistenz, Continuity, Kostüm, Ausstattung) das Material durchgeschaut (Muster schauen) und die Schnittmeisterin hat sich währendessen Notitzen gemacht. D.h. bevor der Schneideprozess losging hatten alle das Material schon einmal in normaler Geschwindigkeit ganz durchgesehen und die Schneideraummitarbeiter hatten davor schon eine Sortierstruktur aufgebaut. Danach hat die Schnittmeisterin nicht einfach angefangen die Filmbilder wild zu zerschneiden und neu zusammenzukleben, denn zu oft hinundhergeschnitten bedeutete das Ganze nachbestellen, neu zu bezeichnen, zu sortieren und zu synchronisieren.

Die Schnittmeisterin hat sich das Material erneut angesehen und sich eine Struktur, eine Herangehensweise ausgedacht bzw. erarbeitet, bevor sie tatsächlich anfing das Filmmaterial in Stücke zu schneiden und neu zusammenzukleben. Hatte der Regisseur eine Änderung, so dauerte dies manchmal eine Stunde, in der der Kopf ruhen konnte und man dann mit neuem Blick und mit zeitlichem Abstand die Änderung betrachtete.

Mit dem digitalen Schnitt war dies alles vorbei. Von nun an legten die meisten Schnittmeisterinnen – jetzt einsam und allein im Schneideraum – einfach los und es passierte mir nicht nur einmal, dass ich fragte, wo ist denn die schöne Großaufnahme und ich zur Antwort bekam: „Was für eine Großaufnahme?“ Die Mühe sich alles vorhandene Material vorab ganz anzuschauen haben sich die Schnittmeisterinnen von da an nicht mehr durchgehed gemacht. Auch für den Regisseur änderte sich die Welt komplett, nicht mehr denken, dann entscheiden und dann warten bis die Korrektur fertig ist und dann mit Abstand neu bewerten, sondern ausprobieren, war fortan die neue Devise.

Das muss nicht immer schlechter sein, unterscheidet sich aber grundlegend vom klassischen Schnittvorgang. Statt denken jetzt probieren und ändern und wieder ändern und sich so langsam herantasten an eine Lösung oder einen Rhythmus, der aber vielleicht gerade im vielen Probieren kaum noch zu finden ist. Der Betrachter findet in der kurzen Zeit keinen Abstand mehr und versinkt in der Bilder und Tonflut. Dies führt nicht unbedingt zu schlechteren Ergebnissen, aber zu anderen.

Final Cut Pro X löst diese Grundstruktur nun vollends auf, indem es die dem Steenbeck-Schneidetisch nachempfundenen Spuren, in denen die Bänder synchron übereinander laufen, ganz aufgibt und den frei schwebenden Clip in den Mittelpunkt stellt und diesen mit Eigenschaften versieht (Rollen etc.) Dies funktioniert aber z.B. beim Export der Tonspuren zu ProTools nur bedingt, da es sehr schwer ist aus den Tonschnipseln mit Rollenmarkierung wieder klare Ebenen zu definieren, wie „Atmo-Spur“, „Angel Video 1“, „Anstecker Video 2“ etc. Was dazu kommt ist, dass der Cutter (wie er/sie jetzt heißt/en) auch gar nicht die Möglichkeit hat eine klare Ebenenstruktur in seinem Kopf aufzubauen. Es wabbert und verschwimmt quasi alles in einem diffusen Gefühl.

Wenn man mit fcpX anfängt, möchte man am liebsten mit schwarzem Füllmaterial eine schöne feste Spur machen und dann daran die ganzen Film- und Tonclips befestigen, quasi einen „Not-Avid“ kreieren. Aber dies macht natürlich überhaupt keinen Sinn, da man trotzdem im weiteren Schnitt ständig an Apples Dickköpfigkeit stößt, uns seine neue Philosophie auf Teufel komm raus aufdrängen zu wollen. Was wie man sieht mit der entsprechenden Markmacht auch gelingt.

Ich persönlich finde es sehr hilfreich und „schön“ zu wissen, dass z.B. der Hauptton der zweiten Videospur immer auf „A5“ liegt und ich in ProTools auf der fünften Spur auch genau diesen Ton wiederfinde. Mit einem Klick könnte ich dann auch diese Spur abschalten, dazu müsste ich in fcpX erstmal durchgehend und konsitent jeder Clipspur eine „Rolle“ vergeben. Will man dagegen erstmal wild einfach ein paar Clips hintereinander hängen, ohne sich um alles Weitere zu kümmern, den einen da weg und dort wieder hin, den von Vorne etwas weiter nach hinten, dann ist Final Cut X wirklich prima. Will man allerdings mal 3 Bilder nach vorne verschieben oder den Clip, der mit Video zwei verbunden ist an der selben Stelle mit Video eins verbinden, dann wird es schwer. Wie Abspielen nur vom letzten Schnitt bis zum nächsten geht, habe ich auch noch nicht herausgefunden und dass es keinen echten Viewer mehr gibt, mit allen Abspielwerkzeugen, in dem ich meine In-Punkte und Out-Punkte genau setzen kann, ist einfach nur eine dumme überhebliche Ignoranz der Apple-Programmierer.

Vieles habe ich als „verbohrter“ Final-Cut-7-Benutzer sicher noch nicht entdeckt und vieles regt mich unglaublich auf, da es mir die Arbeit unnötig schwer macht und mich ständig zu einer Arbeitsweise zwingt, die Apple gut findet, aber nicht ich. Ich mag es als professioneller Rennfahrer nicht, wenn die automatischen elektronischen Straßenmarkierungen, die Mechaniker in der Box und die Vorgaben der sonstigen Elektronik ständig an meinem Lenkrad zerren. Auch finde ich es unangenehm wenn auf dem Rücksitz permanent ein Mechaniker von Mercedes oder Ferrari sitzt und meine Lenkbewegungen ändert oder nachkorrigiert, das mag ja alles gut gemeint sein, lässt aber nicht unbedingt eine gute Kurvenlinie und einen optimalen Rennrhythmus aufkommen. Man schlingert dann von allen Seiten korrigiert über den Kurs und es entsteht eine Mischung von dem, was man eigentlich wollte und dem was die Programmierer von Apple glauben, was man wollen sollte.

Man könnte auch von ProTools lernen wo es die Möglichkeit gibt zwischen „Shuffle“ und „Grid“ umzuschalten, also vom freien Fluß und in der anderen Einstellung, die Ausrichtung an einem Gerüst oder Bilderraster. So könnte man in einer ersten Phase wild herumspielen, alles fließt und hüpft und springt und dann wenn es um die Feinstruktur geht, die Clips in der wieder auferstehenden „Timeline“ andocken, die Tonspuren sauber verteilen und die weitere Postproduktion wäre viel einfacher.

Im Folgendenden möchte ich ein paar Dinge auflisten, mit denen ich hadere. Vielleicht gibt es ja eine wunderbare Tastenkombination, die das Problem mit „Apfel-Alt-Cmd-ü“ löst, nur dass ich diese noch nicht entdeckt habe. Ich freue mich – und viele Andere sicher auch – über Anregungen und Tips!

Was an Final Cut X wirklich nervt:

  • Bei Multi-Cam-Clips wird in der Bearbeitungsleiste nicht der Name des Multi-Cam-Clips angezeigt sondern der Name einer einzelnen Videospur.
  • Wie unterscheidet man einen Multi-Cam-Clip-Kameraumschnitt und einen normalen Schnitt in der Anzeige. Beides sind die gleichen gestrichelten Linien.
  • Wie kann ich in der Mediathek innerhalb von Ereignissen mir nur die Videodateien anzeigen lassen?
  • Wenn meine Maus zufällig auf einer Videospur liegt, springen Aktionen nicht auf die Abspielposition (Playhead), sondern dahin wo gerade zufällig der Mauszeiger liegt. Das ist richtig nervig. In den Einstellungen kann man das Ganze noch verschlimmern, indem man den Abspielkopf dann auch noch dahin springen lässt. (Der Mechaniker, der dem Rennfahrer permanent ins Lenkrad greift.)

 

Autor: Thomas Hezel

 

 

 

DCE update

DCE Dynamic Content Element für TYPO3 – Achtung beim Upgrade von 1.1.3 zu 1.2.3

Achtung beim Upgrade der TYPO3 Extension DCE von Version 1.1.3 oder darunter auf die aktuelle Version (Februar 2016) 1.2.3, sind nach der normalen Installation noch zusätzliche Skripte auszuführen, die sich im Install-Tool unter „Upgrade-Wizards“ verstecken.

Ohne diese Skripte verliert das DCE den Kontakt zu fast allen Inhaltselementen und die Website bleibt weiß. CSS-Einstellungen, Bilder aus dem FAL und Inhalte anderer Extensions (z.B. tt_news) bleiben natürlich erhalten.

Es geht um Namensräume bei Fluid-Templates, Datenbankrelationen von n:m zu 1:n und Flexform Sheets Indentifizierer.

Näheres dazu findet man im Wiki des Entwicklers:

https://forge.typo3.org/projects/extension-dce/wiki/Updating-DCE-to-12#TCA-Mapping

 

Autor: Thomas Hezel

bye bye IE

IE gibt auf – der letzte Abgesang des Internet Explorers

Microsoft stellt nun auch den Support für die Internet Explorer Versionen 8, 9 und 10 ein. Damit werden Millionen von Computern zu Sicherheitsrisiken.

Sie sollten, falls Sie immer noch einen Internet Explorer in einer Version unter 11 benutzen, sich sofort davon verabschieden und am besten zum freien und offen entwickelten Firefox Browser wechseln, von dem man als einzigem großen Browser weiß, was er wirklich auf dem eigenen Computer macht:

Der neue Firefox Browser – Open Source für mehr Datensicherheit!

(Google Chrome schickt z.B. Ihre ganzen Lesezeichen zu Google um sie dort auszuwerten und zu speichern. Google will wissen, was Ihnen wichtig ist und für was Sie sich interessieren.)

Eine Ära geht zu Ende, eine Ära mit zweitweise überwältigendem Erfolg des Internet Explorers. Der Absturz begann, nachdem zwischen 2003 und 2010 Mozilla Firefox, Google Chrom und Apple Safari langsam den Markt übernahmen.

10,4 % lautet die aktuelle Zahl (Januar 2016) für den prozentualen Anteil des Internet Explorers an den verwendeten Internet-Browsern. Von der Gesamtheit aller Internet Explorer sind davon immerhin noch ca. 7% Internet Explorer 7 und 8, die jedoch schon seit 2014, wie auch das Betriebssystem XP, nicht mehr von Microsoft unterstütz werden. Siehe hierzu auch den früheren Artikel: Hallo i-genwillig! Adieu Internet Explorer Version 6, 7 und 8!

Mit der neuen Version 10 des Betriebssystems Windows liefert Microsoft einen neuen Browser mit dem Namen „Edge“ aus. Dieser hat ein neues Rendersystem (Umsetzung des Programmcodes in eine Computeranzeige), das jedoch 2016 noch etliche Fehler und Unzulänglichkeiten enthält.

In den letzten Jahrzehnten haben Programmierer den Internet Explorer „zu hassen“ gelernt, da, wenn man Normkonform programmierte und z.B. auf Mozilla Firefox eine perfekte Anzeige hatte, man auf dem IE immer seltsame Überraschungen erlebte. Das bedeutete, man programmierte eine Internetseite für alle „normalen“ Browser und dann nochmals etliche Sondereinstellungen für den Internet Explorer, so dass die Seite auch dort zumindest einigermaßen so aussah, wie man es beabsichtigt hatte. Das führte dazu, dass sich der Wahlspruch verbreitete:

Microsoft liefert mit seinem Betriebsystem nur deshalb den Internet Explorer aus, damit die Benutzer mit dem Internet Explorer beim Einrichten des Computers sich einen anderen, ordentlichen Browser herunterladen können.

Die Tatsache, dass man beim ersten Benutzen eines Windows-Computer zwangsläufig den Internet Explorer benutzen musste verfälschte auch etliche Statistiken. Man geht davon aus, dass die tatsächliche Nutzung unter den veröffentlichen Prozentzahlen liegt. Dennoch bin ich immer wieder überrascht, dass selbst deutsche mittelständische Unternehmen, die Hightech für die Automobilindustrie herstellen, im Jahr 3 nach Snowden tatsächlich noch Windows XP und den Internet Explorer 6 benutzen.
Insgesamt ging der Marktanteil jedoch schnell und rapide in den letzten Jahren nach unten.

In seiner Verzweiflung nahm Microsoft die Ablehnung des Internet Explorers in seine Werbung mit auf und versuchte hilflos zu vermitteln, dass der Browser in seiner neuesten Version vielleicht auch hier und da ganz gute Seiten hätte:

Do you know this guy?

The Browser You Loved To Hate | Internet Explorer

Doch auch die Selbstironie half nichts mehr und so hat man jetzt die Flinte ins Korn geworfen und versucht es mit „Edge“ nochmals von vorne. Hoffentlich aber diesmal mit dem Schwerpunkt auf ein konformes Verhalten mit den Regeln des World Wide Web Consortium, so dass man nicht alle Webseiten für normkonforme Browser und dann nochmals extra für „Edge“ programmieren muss.

Davon abgesehen, sollte jeder der auch nur ein wenig von den Vorgängen um die NSA und von der Übermacht weniger amerikanischer Internet-Konzerne verstanden hat, auf Open Source und damit auf den Mozilla Firefox setzen. Denn nur hier kennt man den Programmcode des Browsers und weiß, was er wirklich mit den Daten der Nutzer macht. Google Chrome liebt es zum Beispiel ständig nach Hause zu telefonieren und zu petzen, was der Nutzer denn gerade so macht.

Petzen mochten wir schon in der Schule nicht und sollten es uns auch nicht in der weiten Welt des World Wide Web gefallen lassen!

Autor: Thomas Hezel

 

 

 

4k-monitore-vergleich

Wie unterscheiden sich Broadcast- und Computer-Monitore beim Color Grading?

Oder:
Wie unterscheiden sich professionelle Fernsehbildschirme und Computermonitore bei der Lichtbestimmung und Farbkorrektur.

Nicht immer erlaubt das Budget einer Videoproduktionen eine professionelle Lichtbestimmung, mit einem erfahrenen Lichtbestimmer, auf hochwertigen, kalibrierten Geräten durchzuführen. Die Entwicklung geht auf der anderen Seite im Videobereich immer mehr in Richtung größerer Bildschirme und damit auch in Richtung von sehr detaillierten Bildern mit über 4000 Pixeln in der Längsachse (4K) und damit zu ständig wachsenden Ansprüchen an die abzuliefernde Bildqualität. Wer nicht mit einem großen Beleuchterteam und viel Zeit unterwegs ist, für den empfiehlt es sich deshalb mit einem S-Log-Profil zu drehen, um hinterher noch die Möglichkeit zu haben hohe Kontraste und fehlende Aufhellung anzugleichen. Dies ermöglicht bei den meisten Kameras einen Kontrastumfang von ca. 14 Blenden, wobei das Videomaterial quasi in den mittleren Kontrastbereich hineingestaucht wird und beim unkorrigierten Betrachten matschig-flau aussieht. Dafür ist der Himmel im aufgezeichneten Signal nicht komplett weiß überstrahlt und das Gesicht des Darstellers nicht völlig schwarz gegen die Sonne, da innerhalb der gespeicherten Daten mehr Details und Strukturen vorhanden sind, als man auf Anhieb sieht.

In der Postproduktion im Folgenden einfach eine „Instant-Korrektur“, mit einer sogenannten LUT (Look up Table) durchzuführen, die die komprimierten Werte des S-Log-Profils in das HD-TV-Profil Rec.709 überführt, taugt bestenfalls für ein ansehnliches Bilderlebnis während der Schnittphase oder als Ausganspunkt für die danach folgende Lichtbestimmung (Neudeutsch: Color Matching – zwischen einzelnen Einstellungen oder Color Grading – als Farb- und Kontrastgestaltung).

Man hat gerade bei kleineren Produktionen oft das Problem, dass man mit nicht perfekt ausgewogenem Material nach Hause kommt, auf der anderen Seite teure Postproduktionsstudios aber außerhalb des Budgets liegen.

Das heißt: „selbst ist der Mann“ und von Blackmagicdesign gibt es die professionelle Lichtbestimmungs-Software auch noch kostenlos.

Wer schon mit Programmen wie After Effects, oder mit den Möglichkeiten von „FinalCut 7 – Color“ gearbeitet hat, für den ist der Umstieg, nach ein wenig Fachlektüre, nicht sehr schwer. Doch das ganze Unterfangen steht und fällt mit der Möglichkeit, das was man korrigiert auch richtig zu sehen. Neben der Software ist dies zuallererst der Monitor, bei dem grau gleich grau sein sollte und nicht graublau oder grüngrau und schwarz gleich schwarz und nicht dunkelgrau. Das heißt der Monitor muss kalibriert werden. Dafür gibt es Geräte wie den „Spyder“ oder andere Sensoren, mit denen man eine Kalibrierung durchführen kann. Doch ist das schon alles? Worin unterscheidet sich ein hochwertiger Computer-Monitor von einem 25.000 Euro Fernseh-Monitor (Neudeutsch: Broadcast Monitor)? Was bekomme ich mit einem mittleren Budget und wo liegen die Grenzen?

Der Farbraum

Das erste Kriterium ist der Umfang an Farben, die ein Monitor darstellen kann. Dafür gibt es Farbräume, die jeweils ein bestimmtes Spektrum von Farben in einem Farbschema auflisten. Natürlich sollte zumindest der Farbraum des HD-TV-Standards Rec.709 dargestellt werden können. Dies können alle Monitor, selbst günstige Computer-Monitore, da der Rec.709  (oder ITU-R BT.709) Farbraum nahe am sRGB Standard-Computerfarbraum liegt.

Folgende Farbräume werden für die oben gezeigten Monitor angegeben:
(das Sternchen* bedeutet: „fast, aber nicht vollständig“)

Sony BVM-E250A:
ITU-R BT.709, EBU, SMPTE-C, D-Cine*

Sony PVM-X300:
ITU-R BT.709

Canon:
DCI-P3, ITU-R BT.709, EBU, SMPTE-C und Adobe RGB* (mit neuer Firmware seit 2015 auch Rec.2020!)

Eizo:
AdobeRGB: >99 %, DCI-P3: 98 %, sRGB: 100 %, Rec.709: 100 %, EBU: 100 %, SMPTE-C: 100%, Rec.2020: 80 %

Was ist was?

  • Rec.2020 – der größte Farbraum mit sehr sattem grün, blau und rot (AdobeRGB deckt davon nur 52,1% ab, DCI-P3 nur 53,6 %), die Zukunftsnorm für die hochauflösenden Bilder
  • DCI-P3 – sehr großer Farbraum für das Digitale Kino (mehr Rottöne als AdobeRGB aber weniger Grüntöne)
  • AdobeRGB – bekannt aus der Fotografie, ein sehr großer Farbraum, wird meist in professionellen Fotokameras benutzt
  • SMPTE-C (NTSC) – alte amerikanische TV-Norm
  • EBU – alte europäische PAL-TV-Norm
  • ITU-R BT.709 (Rec.709) – Farbraum für das HD-Fernsehen, ist relativ klein
  • sRGB – Farbraum für normale Computermonitore (ähnlich zu BT.709), ist relativ klein, es fehlt vor allem in den kräftigen Grüntönen und im satten Rot

Auffällig ist der Rec.2020-Vollumfang für den Canon Monitor. Bisher meisterte selbst den kleineren DCI-P3 Farbraum nur ein spezieller Monitor von Dolby, der „Dolby PRM-4200 Professional Reference Monitor“ mit 42“ und 1920×1080 Pixeln für 35.000 Euro.
Beim Eizo fällt auf, dass er mit 80% Rec.2020 sehr viele grün-blau Töne abdeckt, die bei den anderen Monitoren fehlen. Für eine 100% Darstellung für die digitalen Kinoprojektoren (falls man nicht gleich einen solchen benutzt, was am meisten Sinn macht) eignet sich in dieser Auswahl nur der Canon Monitor, der zudem die Zukunft mit dem Rec.2020 in die Gegenwart rückt. Der E250 von Sony und der Eizo bilden jedoch auch sehr große, in der täglichen Arbeit gebräuchliche, Farbräume ab.

Fazit:
Wer für das HD-Fernsehen oder das Internet arbeitet, für den reicht der Farbraum von Rec.709 aus und dieser wird von allen Monitoren locker abgebildet. Wer für digitale Kinoprojektoren seine Projekte gestaltet, der sollte die Sache einem Fachmann überlassen, der sich nicht nur einen richtigen Kinoprojektor in sein Studio stellt, sondern wahrscheinlich auch noch den Canon Monitor für die Einstellungen, die er lieber am Monitor bearbeitet. Wer für die 4K-Zukunft gerüstet sein will, der sollte schauen, dass der Monitor möglichst viel von Rec.2020 abbilden kann. Und noch eine Nachricht spricht für einen erweiterten „Wide-Gamut-Farbraum“, nämlich die Einführung des neuen H.265 Internet-Codecs, der H.264 ablösen soll und auch Filmmaterial mit dem Farbraum AdobeRGB 1998 enthalten kann und somit die sRGB-Beschränkung für das Internet auflöst. Damit wird AdobeRGB bei Video, wie bei der Fotografie, der wichtigste Farbraum.

Der größte Farbumfang nutzt nichts, wenn der Monitor nicht kalibriert ist

Sony schreibt:
„The performance of every TRIMASTER EL monitor is precisely adjusted and inspected on gamma, white balance, uniformity, etc., by a highly robotized system and by professionally trained human eye at the final stage of manufacture prior to shipping. The BVM-E170A and BVM-F170A are equipped with a built-in color sensor, which allows the user to calibrate
the monitor’s color temperature (white balance) as needed without an external probe.  Calibration performance is minimally affected by ambient light. This function ensures color and gamma consistency, and reduces user maintenance tasks.“
Dies scheint jedoch nur für den kleineren E170 zu gelten und nicht für den E250 und X300. Für Firmen bietet Sony anscheinend einen Kalibibrierungsservice, das ist dann wohl eher für große Studios gedacht und nicht dafür, dass der freunliche Mann von Sony alle 200 Arbeitsstunden einem einen netten Besuch abstattet.

Canon DPV-3010
Für Canon muss man sich mit zusätzlichen externen Geräten behelfen.

„Use of a third-party external sensor allows calibration without a PC.“

Der Eizo,
ermahnt seine Benutzer alle 200 Stunden, dass es mal wieder Zeit wird eine Kalibrierung mit der dazugehörigen Software „Color Navigator“ und mit Hilfe des eingebauten Meßgerätes durchzuführen. Nachdem der Monitor ca. eine halbe Stunde warmgelaufen ist – oder automatisiert in der Nacht – klappt der eingebaute Sensor aus dem Rahmen heraus, misst eine lange Reihe von Testbildern durch und legt danach eine 3D-Kalibrierungs-LUT in den Speicher des Monitors. Über dieselbe Software lassen sich auch verschiedene Farbprofile einstellen oder auf einzelne Profile eine LUT (z.B. von S-Log3 nach Rec.709) oben drauf legen, die man per Klick ein- und ausschalten kann. Über eine Zweitmessung können dann nochmals Abweichungswerte ermittelt werden.

Fazit:
Vor dem Kauf eines Monitors sollte man sich auch überlegen, beziehungsweise beraten lassen, wie man das Gerät im Betrieb regelmässig kalibrieren kann.

Die Bit-Tiefe, oder wie genau darf es denn sein?

Was wir den meisten Computern nicht ansehen und was wir so gut wie nie bemerken ist, dass Computer permanent ein Problem mit der Genauigkeit von Berechnungen haben. Der Computer muss alle Zahlen die er berechnet in Speicherzellen legen, die dann für die jeweilige Berechnung reserviert werden müssen. Teilt man z.B. 16:9 = 1,7777777777777 und will mit dem Ergebnis weiter rechnen, so muss man sich überlegen, mit wie vielen Siebenern man weiter rechnen will. Genauso sieht es mit den Farb- und Helligkeitswerten aus. Wieviele Speicherzellen soll man z.B. für die einzelne Anteile von RGB berücksichtigen? Reicht z.B. 0,187 % Blau oder muss es 0,187383399373034791478383473928374 % Blau sein? Bei 10 Bit kann man 10 Binärzahlenzellen belegen was Milliarden von möglichen Farben sind, bei 12 Bit entsprechend mehr und bei 16 Bit wird es dann sehr sehr präzise. Die Frage ist hier auch, was bekomme ich denn über die Ansteuerung meines Monitors überhaupt herein? Ist der Monitor über 3G-SDI, HDMI 2.0 oder DisplayPort  verbunden.

Die Bit-Zahlen der einzelnen Monitore:

Sony spricht von einem 10-Bit RGB Panel, Canon spricht von 1024 Abstufungen und 10-Bit Farbtiefe für jede RGB Farbe, bei Eizo heißt es, man verwendet 16-Bit Look-up-Tables und kann 10-Bit Farbtiefe darstellen, also 10-Bit Eingabe, interne 16-Bit Verarbeitung und wieder 10-Bit Ausgabe.

Fazit:
10-Bit scheint momentan die magische Zahl zu sein, die alle Monitore können. Das alte HDMI konnte nur 8-Bit übertragen (256 Farbabstufungen pro Kanal) das neue HDMI (seit 1.3) kann jedoch mittlerweile 10, 12 oder 16 Bit pro Kanal, nur gibt es für 16-Bit wohl wenige Monitore. Der DisplayPort geht von 6-16 Bit. Die Lichtbestimmungssoftware DaVinci Resolve rechnet intern mit 32 Bit-Zahlen um Veränderungen durchzuführen:

„All image processing within DaVinci Resolve is GPU based at the deepest 32 bit floating point quality and with YRGB color space.“

Die Schwäche von 8-Bit Monitoren liegt sichtbar fast nur bei Farbverläufen und Farbübergängen, was Artefakte erzeugt, die nicht im Bildsignal liegen und die man dann vielleicht trotzdem zu korrigieren versucht.

Wie viele Pixel – wie groß – ist 4K?

„K“ steht für „Kilo“ also für 1.000, damit müsste 4K 4.000 Pixel bedeuten, tut es aber nicht!

Das analoge PAL-Fernsehen hatte 625 Zeilen,die nach gerade und ungerade getrennt (interlaced) in Halbbildern vom Elektronenstrahl abgearbeitet wurden. Die HD-TV-Norm hat sich beim „Full-HD“ oder „True-HD“ auf 1920×1080 Pixel geeinigt. Daneben gab es noch „HD-Ready“ oder „Half-HD“ mit 1280×720 Pixeln. Die Auflösungen werden über die Höhe als „1080p“ oder „720p“ bezeichnet, wobei „p“ für „progressive“ also für Vollbilder steht.

„4K“ meint manchmal 3840×2160 Pixel, also genau die vierfache Pixelzahl von „Full-HD“. Die 4K-Auflösung stammt aber eigentlich aus dem Kinobereich und meint dort 4K=4096×2160 Pixel, also eine etwas größere Breite. Die 38940×2160 heißen eigentlich nach der Norm UHD-1 (UHD-2 sind 8K mit 7680 × 4320 Pixeln) oder „UHD-4K“ und bei der Kinopixelzahl „DCI-4K“ oder einfach nur „4K“. Die meisten Filmkameras in einem Anschaffungsbereich unter 20.000 Euro nehmen 4K-UHD-1 auf.

Fazit:
Die obigen 30“ Monitore stellen alle die große 4K-Kinoauflösung von 4096×2160 Pixeln dar, die etwas breiter ist als die vierfache „Full-HD“ Auflösung. Nur der Canon bietet in der Höhe nochmals 400 Pixel mehr Platz. Er nähert sich damit anderen 30“ Computermonitoren an oder hat einfach Platz, um z.B. unter dem Bild noch den Timecode einzublenden.

Das Herz der Maschine, die Leuchtkörper die das Licht erzeugen

Hier teilen sich die Welten in LCD, Plasma und OLED.

LCD

LCD = Liquid Crystal Displays haben den Vorteil von genauen und stabilen Farben. Sie holen mittlerweile bei den Schwarzwerten gegenüber den Plasmabildschirmen auf und sind bei der  Lichtbestimmung weit verbreitet. Einige LCD-Bildschirme gibt es mit Antireflexions-Graufiltern, die störende Lichtreflexe der Raumbeleuchtung beseitigen, dies sollte aber selbst in einer Kleinvideoproduktionsstätte nicht nötig sein, da man den Lichteinfluss anderer Lichtquellen schließlich leicht korrigieren kann. LCDs brauchen – und das ist entscheidend – eine sogenannte Hintergrundbeleuchtung. Hier gibt es verschiedene Vorgehensweisen:

a. Wide-gamut CCFL, also Leuchtstoffröhren (Kaltkathodenröhren)
Leuchtstoffröhren haben in ihrem Spektrum meist einen sehr großen Farbraum (siehe KinoFlo Leuchten), der bis zum DCI-P3 Kinoprojektorenfarbraum heranreicht. Die Röhren brauchen allerdings 30 Minuten um „warm“ zu laufen. Sie sollten mindestens halbjährlich kalibriert werden.

b. Weiße LEDs
Weiße LEDs müssen nicht „warm“ werden und auch nicht „hochlaufen“, sie sind sofort auf Farbtemperatur. Der Farbraum entspricht allerdings meist nur 74% des DCI-P3 Farbraumes. Für das normale Rec.709 HD-TV ist dies jedoch kein Problem, sofern man es dabei belassen will. LEDs sind farbstabiler und müssen nicht so oft kalibriert werden.

c. RGB LED
Hier werden kleine Bereiche des LCD-Panels mit „Triaden“ also roten, grünen und blauen LEDs beleuchtet. Die LEDs sind dabei voll in ihrer Intensität einstellbar und befinden sich auf einem zweiten Hintergrundpanel (dual modulation). Hiermit erreicht man bei High-End-Bildschirmen eine optimale Hintergrundbeleuchtung. Da man damit bestimmte Regionen, abhängig vom Bild, in der zweiten Ebene steuern kann, führt dies im Endeffekt zu einem präzisen detaillierten und satteren Schwarz und insgesamt zu einem erweiterten Farbraum des Monitors. Diese Monitore kosten dann aber auch entsprechend (siehe Canon DPV-3010). Auch diese Monitore sollten relativ oft kalibriert werden.

Plasma

Hochwertige Plasma Bildschirme sind in der Vergangenheit oft bei der Lichtbestimmung eingesetzt worden. Sie haben ein kräftiges sattes Schwarz, einen exzellenten Kontrastumfang und kosten in großen Größen relativ wenig. Plasmabildschirme müssen relativ oft kalibriert werden und sie brauchen ebenfalls Zeit um „hochzulaufen“.
Plasmabilschirme haben jedoch zwei Nachteile:
Zum einen gehen Details in den satten Schwarzwerten oft verloren und zweitens gibt es einen „Auto-Helligkeitslimiter“, der ab einem bestimmten Stromfluss das Display dimmt, wenn die Helligkeit zu groß wird. (Der zweite Punkt betrifft aber weniger Video, sondern mehr Grafikdarstellungen.)

OLED

OLED = Organic Light Emitting Diode Displays gibt es bisher nur in kleinen Größen zu einem dafür um so größeren Preis. (Deshalb habe ich hier den Sony BVM E250A mit lediglich 24,5“ mit aufgenommen.) OLEDs brauchen keine Hintergrundbeleuchtung, haben erstaunlich satte Schwarzwerte und einen sehr großen Kontrastumfang. Bei der absoluten Schwarzdarstellung können einzelne Dioden einfach abgeschaltet werden, ohne dass vom Hintergrundlicht etwas durchscheint, dadurch wird es klarer und dunkler. Die Farben sind ebenfalls sehr leuchtstark und lebendig. Der OLED-Monitor muss nach einer halbstündigen „Hochlaufphase“ ebenfalls relativ oft kalibriert werden und hat nicht ganz optimale Seitenbetrachtungseigenschaften. Der große Nachteil ist aber, dass außer demjenigen, der eines der seltenen und teuren Exemplare sein Eigen nennt, niemand sonst das ausdrucksstarke Bild sehen kann. Für die Lichtbestimmung hat dies dann eigentlich genau den gegenteiligen Effekt, denn ich kann nicht einschätzen, wie das Ganze auf einem ordentlich eingestellten Normalo-Monitor/TV-Bildschirm aussieht.
Sony geht jedoch diesen Weg und hat mittlerweile einen 30“ Monitor in Entwicklung und nach Eigenaussagen, einen ganzen russischen Ü-Wagen mit OLED-Monitoren ausgestattet. Schön für den russischen Fernsehtechniker, wenn er vor dem Bolshoi-Theater in seinem Ü-Wagen sitzt und die Ballerinas begutachten darf.

Fazit:
Der Sony BVM E250A bietet OLED-Technik, leuchtstark und satt in den Farben, ein 30“ OLED wird von Sony bald auf den Markt kommen, wird aber dann sicher alle Preisgrenzen sprengen. Abgesehen von russischen Oligarchen, ist man auf der anderen Seite dann aber auch ziemlich einsam und alleine mit seinem tollen Monitorbild.
Der Canon DP-V3010 scheint das neue Maß aller Dinge zu werden. Er verfügt über ein IPS-LCD-Panel mit guten Seitenbetrachtungseigenschaften. Darüber hinaus hat der Canon eine hochwertige RGB-LED Hintergrundbeleuchtung, die ihn in allen Farb- und Lichtwerten weit nach vorne bringt. Seine Oberfläche besteht aus einem „reflexionsarmen Glanzfinish“.
Der Eizo CG318-4K ColorEdge besitzt ebenfalls ein IPS-LCD-Panel wie der Canon, aber nur mit einer normalen LED-Hintergrundbeleuchtung. Dennoch ereicht er einen sehr großen Farbraum mit 98% des digitalen Kinos und 99% von AdobeRGB, was für die normale TV- und Internet-Videoproduktion auch für die Zukunft ausreichend ist.

Zurück zur Ausgangsfrage:
Wie unterscheiden sich Fernsehbildschirme und Computermonitore bei der Lichtbestimmung und Farbkorrektur.

Vergleicht man den Computermonitor von Eizo mit den Bildschirmen des traditionellen Fernsehausstatters Sony oder des fast Fernsehneulings Canon, so gibt es im Grunde, bis auf den jeweiligen Aufwand, den man für ein optimales Bild treibt und die jeweilige Strategie die man verfolgt, keinen gravierenden Unterschied. Ganz im Gegenteil, der Eizo schlägt sich, bei einem Fünftel des Preises, geradezu sensationell; inklusive Selbstkalibrierung und großem Farbraum. Die normalen 30“ Monitore von Sony können ohne OLED-Technik, trotz des stolzen Preises von 21.000 Euro, da nicht mithalten.

Was bieten aber professionelle Fernsehbildschirme für den fünffachen Preis mehr?

Mit einem einzigen Satz könnte man sagen, allerlei Wichtiges, Essentielles und Nützliches im professionellen Fernsehproduktionsumfeld, sei es im Studio oder unterwegs im Ü-Wagen.

Die Anschlüsse

SDI = Serial Digital Interface hat sich aus der analogen Digitaltechnik entwickelt und über die ersten digitalen Formate bei den Fernsehstationen etabliert.  Die Signale werden seriell hintereinander gestückelt (multiplexen) übertragen. Man verwendet dafür in der Regel ein oder mehrere Koaxialkabel. (Diese waren bei der analogen Videotechnik sowieso schon vorhanden.)

HD-SDI gibt es seit 1998 und kann 1,485 Gbit/s weiterleiten, bei einer Kabellänge von bis zu 100 Metern. (Mit einem 100 Meter langen HDMI-Kabel würde man wohl nicht sehr viel am Ende vom ursprünglichen Signal sehen.)

3G-SDI schafft in einem Kabel 2,9 Gbit/s

6G-UHD-SDI schafft in einem Kabeln 6 Gbit/s und damit 4K-UHD

DisplayPort, ein eigentlich in der Computertechnik entstandener Anschluß, der hauptsächlich über die Erweiterung der Firma Apple über den „Mini DisplayPort“ und nun „Thunderboldt“ schnell verbreitet wurde. Der DisplayPort kann in seiner neuesten Spezifikation Datenraten bis zu 25,92 Gbit/s bewältigen. In den meisten Geräten wird er für die DCI-4K Übertragung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde verwendet. (DisplayPort 1.3 schafft 5K mit ebenfalls 60 Bildern pro Sekunde) Viele Zusatzgerätehersteller in der Fernsehtechnik (Aja, Blackmagicdesign etc.) bieten jedoch mittlerweile (Jahr 2016) keinen DisplayPort-Anschluß mehr, sondern setzen neben SDI nun voll und ganz auf HDMI 2.0.

HDMI = High Definition Multimedia Interface aus dem Jahre 2003, kann in seiner Spezifikation 2.0, seit September 2013, eine Übertragung von 4096 x 2160 Pixeln, also DCI-4K Kinonorm, bei einer Bildfrequenz von 60 Bildern pro Sekunde bewältigen. Damit ist der bei den normalen Fernsehgeräten übliche HDMI-Anschluß 4K-profifähig geworden und hat den DisplayPort ziemlich verdrängt.

Die Anschlüsse der Monitore

Eizo CG318-4K ColorEdge
Hier liegt die momentane Achillesferse des Eizo CG318-4K ColorEdge. Laut Auskunft der Technikabteilung von Eizo Deutschland musste man bei der Entwicklung des Monitors noch auf den bis dahin etablierten HDMI 1.4 Standard setzen, da der 2.0 Level noch nicht technisch klar spezifiziert war.
Dies bedeutet für einen Monitor, der keine TV-Studio-SDI-Anschlüsse hat, dass er nur über den DisplayPort seine vollen 4096×2160 Pixel bei einer Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde darstellen kann. HDMI 1.4 schafft lediglich 24 Bilder pro Sekunde bei dieser Pixelrate.

Aber gerade bei einer so hohen Auflösung ist es, um einigermaßen ruckelfreie Schwenks zu erzeugen, zwingend nötig bei 4K in 50P, also mit 50 Vollbildern zu arbeiten!

Um bei der Lichtbestimmung oder auch beim Schnitt einen Ausgangsmonitor im Vollbild zu haben braucht man aber in der Regel eines der Ansteuergeräte von z.B. Aja oder Blackmagicdesign. Diese liefern jedoch nur SDI oder HDMI 2.0 und keinen DisplayPort mehr. Echte Konvertierer von HDMI 2.0 zu DisplayPort, ohne große Verluste und zu einem vernünftigen Preis, sind selbst in China nicht auf dem Markt. Es gibt einen chinesischen Exoten für 2.500 Euro, der das Endbild aber dann in 4 Teilbilder aufstückelt. Umgekehrt, also von DisplayPort zu HDMI 2.0 geht es einfacher und es gibt ein ordentliches Angebot auf dem Markt.

Arbeitet man mit der Lichtbestimmungssoftware Blackmagicdesign DaVinci Resolve, so braucht man für die direkte Vollbildansicht, ohne ständig zwischen Arbeitsansicht und Vollbild hin und her schalten zu müssen, zwingend ein UltraStudio 4K Gerät oder dergleichen. Diese haben aber alle keine DisplayPort-Ausgänge mehr sondern nur 6G- und 12G-SDI plus HDMI 2.0.

Was passiert, wenn man den Monitor mit dem HDMI 2.0 Signal an seinem HDMI 1.4 Eingang füttert habe ich nicht ausprobiert. Falls er ein ordentliches Standbild produziert, würde es für die Lichtbestimmung ja noch einigermaßen gehen, nur nicht für den Schnitt.

Für den normalen Betrieb lässt sich der Eizo-Monitor natürlich in seinem ganzen technischen Umfang über den Thunderboldt-Anschluss eines Macintosh Computers ganz regulär betreiben.

Sony
Sony bietet, was das Herz begehrt, SDI, HDMI, DisplayPort und komplette Anschlusseinheiten zum Austauschen, je nach Bedarf. Aber im Grunde ist man auf SDI spezialisiert und versorgt die Fernsehstudios mit für sie optimierte Technik. Nicht immer haben DisplayPort und HDMI die volle 4K-Unterstützung.

Canon
Canon bietet  mit seinem Vorzeigemonitor mehrere Dual Link 3G-SDI Eingänge und DisplayPort 1.1a, der eine der ersten Versionen war und kein 4K kann. Also im Grunde geht man davon aus, dass derjenige, der diesen Monitor kauft, auch in einer SDI-Umgebung zu Hause ist.

Was Sony und Canon sonst noch alles können
Underscann und Overscann, blue-only, flippen und Fernsteuerung, Signalanalyse und viele sonstige nützliche Dinge im Fernsehstudioalltag, die aber bei der mittleren bis kleinen Videoproduktion keine Bedeutung haben. Wichtige Dinge, wie das Verarbeiten von 3D-LUTs kann auch der Eizo.

Fazit:
Schon meinte man mit dem Eizo CG318-4K ColorEdge das technisch perfekte Schnäppchen des Jahres vor sich zu haben, bis man erkennt, dass man zumindest bis ein Upgrade auf HDMI 2.0 vorliegt, auf ein einziges, aber elementares Element, nämlich die Vollbilddarstellung bei 50 Vollbildern pro Sekunde und 4K, verzichten muss. Im normalen HD-TV Modus schafft das auch der bisher verbaute HDMI 1.4 Eingang, aber was macht man dann mit seinen schönen 4K-Bildern für die extra – mit Blick in die Zukunft – einen neue Kamera angeschafft wurde. Diese Einschränkung gilt nur beim Color Grading und der Vollbildansicht mit z.B. DaVinci Resolve und UltraStudio 4K Extrem, nicht beim normalen Betrieb über Thunderboldt/DisplayPort.
Im Ganzen betrachtet bietet der Eizo jedoch, zu einem großen Teil fast dieselbe Leistung wie seine fünf Mal teureren Kollegen. Der Unterschied zwischen für Fernsehanstalten optimierten TV-Monitoren und Computer-Monitoren ist somit nur in der Ausstattung und in den Zusatzleistungen ein grundsätzlicher, in der technischen Bilddarstellung gibt es aber hier wie dort verschiedene Wege zum optimalen Bild, die jedoch meist LCD plus optimierte Hintergrundbeleuchtung heißen, mit der Möglichkeit zur einfachen Kalibrierung und dem Verwenden von 3D-LUTs.

 

Autor: Thomas Hezel

 

 

 

 

 

 

 

Bilderlisten HTML

TYPO3-DCE – Mit dem FAL-Viewhelper Bildunterschriften (figcaption) erzeugen

Die TYPO3-Erweiterung DCE ist für uns ein essentieller Bestandteil unserer Responsive-Design-Webentwicklung geworden. Sie gibt der kompletten Programmierung Struktur und Übersichtlichkeit, zudem können DCEs in verschiedenen Projekten wieder verwendet werden. Von Hause aus bringen die DCEs ein paar Viewhelper mit, mit denen man Inhalte aufarbeitet und aus Eingabefeldern in den Programmcode einer Website transportiert. Wer allerdings eigene Viewhelper programmieren will, muss tief in das System einsteigen und eine gute Portion PHP-Erfahrung mitbringen. Mit den vorgegebenen Viewhelpern kann man jedoch im Regelfall sehr viel abdecken.

Will man eine Bilderliste erstellen, dann schreibt man mit Hilfe des „dce:fal-Viewhelpers“ eine Reihe von Bildern, die man im Backend auswählt, in die li-Elemente einer unsortierten HTML-Liste. Das Problem besteht nun darin, wie man die Bildunterschriften mit Hilfe des HTML5-Tags „figcaption“ direkt unter die Bilder bekommt.

Ein zweites Problem besteht beim Responsive-Design darin, eine Bilderreihe für verschiedene Größen jeweils neu zu ordnen. Mal sind es z.B. drei Bilder pro Reihe, mal 6 Bilder pro Reihe etc. Je nachdem darf dann das Bild, das zum linken Bildrand wandert, keinen linken Abstand bekommen, wie es die Bilder innerhalb der Reihe haben. Ich muss also jedem Bild eine durchnummerierte „id“ oder „class“ mitgeben, so dass ich es über CSS ansprechen kann. (Der CSS3-Selektor „nth:child“ hat leider noch nicht die volle Unterstützung der gängigsten Browser.)

figcaption mit Inhalt füllen

Der dce:fal-Viewhelper sieht folgendermaßen aus:

<f:for each=“{dce:fal(field:’thisVariableName‘, contentObject:contentObject)}“ as=“fileReference“>
<f:image src=“{fileReference.uid}“ alt=““ treatIdAsReference=“1″ />
</f:for>

Für jedes Bild wird ein contentObject erstellt, das in seinen Objekteigenschaften die Eigenschaft „uid“ besitzt, auf die ich dann zugreife. „alt-Tag“ und „title-Tag“ werden vom TYPO3 FAL-System (also über fileadmin, Untermenü des Bildes) geliefert und automatisch eingefügt. Der Trick besteht nun darin, das „alt-Tag“ für die Bildunterschrift zu benutzen (z.B. Jeanette). Will ich das figcaption-Element aufteilen in zwei Abteilungen (z.B. Name und Beruf), dann muss ich das „title-Tag“ dazu nehmen und bekomme innerhalb von ficaption die Klassen „fCapA“ und „fCapB“ (oder immer man sie nennen will), die ich dann über CSS gesondert auszeichnen kann.

Der dce:fal-Viewhelper kennt in seinem Objekt folgende Eigenschaften:

– xxx.uid
– xxx.title
– xxx.alternative (für das „alt-tag“)

Da ich im Beispiel unten das Objekt „fileReference“ kreiere, kann ich auf die Objekteigenschaften zugreifen:

<figcaption><div class=“fCapA“>{fileReference.title}</div><div class=“fCapB“>{fileReference.alternative}</div></figcaption></figure></li>

Laut HTML5-Referenz darf „figcaption“ auch weitere HTML-Tags (z.B. div) enthalten.

Durchzählen der Listenelemente für unterschiedliche „id“ oder „class“

Hier benutzt man die „iterator-Eigenschaft“ des „for-Viewhelpers“, den ich in der ersten Klammer der for-Schleife aufrufe:

<f:for each=“{dce:fal(field:’listPic‘, contentObject:contentObject)}“ as=“fileReference“ iteration=“iterator“>

Damach kann ich dann auf den Array-Index des Iterators zugreifen.

<li class=“liDown{iterator.index} …

Ergibt:
<li class=“liDown0″></li><li class=“liDown1″></li><li class=“liDown2″></li><li class=“liDown3″></li> …

Achtung dieser beginnt aber wie bei allen Array-Indizes bei 0! Alternativ kann man auch „iterator.cycle“ benutzen, der dann bei 1 beginnt. Im Beispiel unten zerstört der Iterator „index“ die Logik bei „gerade“ und „ungerade“, da er bei 0 beginnt und dann die „class=1“ die weitere Klasse „class=even“ dazu bekommt. Der Iterator „cycle“ ist nicht mit dem Viewhelper f:cycle zu verwechseln, sondern nur der Rundenzähler des „for-Viewhelpers“.

Will man den einzelnen Elementen „gerade“ und „ungerade“ zuordnen, dann kann man den Viewhelper „f:cycle“ benutzen, der mit Rundendurchgängen, also wann er wieder auf Anfang geht, ausgestattet werden kann. In unserem Fall sagen wir einfach, dass nach der Runde „0=odd“ und „1=even“, es wieder von vorne los geht. Das Ganze wird bei mir in die Variable „odEv“ geschrieben, die ich dann in der „li-class“ abrufen kann:

<f:cycle values=“{0: ‚odd‘, 1: ‚even‘}“ as=“odEv“>

<li class=“liDown{iterator.index} {odEv}“> …

Hier der ganze Code für eine responsive Bilder-Liste mit zwei verschiedenen Bildunterschriften (figcaption) pro Bild, unter der Verwednung von DCE Dynamic Content Elements und TYPO3 Viewhelpern

{namespace dce=ArminVieweg\Dce\ViewHelpers}
<f:layout name=“None“ />
<f:section name=“main“>
<!–DCE42a pictureList–>
<div class=“d42a pictureList wrapper clearfix“>
<h2>{field.hl2}</h2>
<ul>
<f:for each=“{dce:fal(field:’listPic‘, contentObject:contentObject)}“ as=“fileReference“ iteration=“iterator“>
<f:cycle values=“{0: ‚odd‘, 1: ‚even‘}“ as=“odEv“>
<li class=“liDown{iterator.index} {odEv}“><figure><f:image src=“{fileReference.uid}“ treatIdAsReference=“1″ />
<figcaption><div class=“fCapA“>{fileReference.title}</div><div class=“fCapB“>{fileReference.alternative}</div></figcaption></figure></li>
</f:cycle>
</f:for>
</ul>
</div><!– END DCE42a –>
</f:section>

Weitere Informationen zu den Viewhelpern gibt es in der TYPO3 Referenz, auch mit guten verständlichen  Beispielen.

 

Autor: Thomas Hezel

Von Templa Voila! zu Dynamic Content Elements

TYPO3 – Dynamic Content Elements (DCE) – kurze Anleitung

Die „TYPO3-Erweiterung“ „Templa Voila!“ gehörte quasi zum Standard des „Content Management Systems“ und wurde fast in jedem Lehrbuch beschrieben. Die Erweiterung hatte zwei wichtige Komponenten: Zum einen eine Abbildungsfunktion („Mapping“) und zum anderen war es möglich eigene Inhaltselemente mit einem selbst gestalteten „Template“ zu erstellen, sogenannte „Flexible Content Elements“ oder „FCEs“. In Zeiten, in denen Abschnitte, Spalten und „Responsive Design“ (eine sich an verschiedene Bildschirme anpassende Gestaltung) immer wichtiger werden sind, optimierte Inhaltselemente, die für den Laiennutzer (oder „Redakteur“) einen der Gestaltung entsprechenden Überblick bieten essenziell. Ein weiterer wichtiger Vorteil von eigenen Elementen ist es, neben einer klaren Gestaltung, den „Redakteur“ davor zu bewahren, dass er durch einen zu freien Umgang mit den originären Inhaltselementen von TYPO3 das sorgsam abgestimmte „responsive Design“ zerstört.

„Templa Voila!“ funktioniert in TYPO3 6.2 nicht mehr.

TYPO3 setzt in der Zukunft verstärkt auf die Template-Funktionen von „FLUID“ und den damit im Zusammenhang stehenden „View-Helpern“, die Inhalte in vorgefertigte „Templates“ einfügen und z.B. auch Schleifen und „if-Funktionen“ zur Verfügung stellen.
Derzeit kann „FLUID“ nur die Mapping-Funktion, aber nicht die frei gestalteten Inhaltselemente ersetzen. Dies funktioniert auch nur sehr eingeschränkt mit der Erweiterung „gridelements“, die sich auf die „TYPO3-Funktion“ „Backendlayouts“ stützt und diese auf die Elemente überträgt.

Einen Ersatz für die „FCEs“ stellt jedoch die Erweiterung „Dynamic Content Elements“ (DCE) dar. Leider hat es der Entwickler noch nicht geschafft eine Anleitung für seine Erweiterung zu schreiben, da er momentan (Mai 2014) dabei ist die Erweiterung komplett in ihrem Kern umzuschreiben. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Entwickler anscheinend ziemlich alleine mit der ganzen Sache dasteht und deshalb immer einige Zeit vergeht, bis Änderungen umgesetzt werden können. Ein Einführungsvideo, auf dem man jedoch mehr ahnen als sehen kann, findet sich hier: https://www.youtube.com/watch?v=K08VyCav2ok

Eine kleine Einführung in die Anwendung von Dynamic Content Elements DCE für TYPO3

Voraussetzungen für die Verwendung von DCE

Namensgebung in diesem Blog:
Es werden hier „DCE-Elemente“ beschrieben, die sich auf das ganze „Dynamische Content Element – DCE“ beziehen, die ich dann im Backend auswählen kann. Dann gibt es „Eingabeelemente“, also einzelne Felder, die im jeweiligen „DCE-Element“ enthalten sind und in die der „Redakteur“ später Inhalte eingibt.

Was ist wo?

Nach der Installation findet man unter „Adminwerkzeuge“ ein neues Symbol „DCE“; dies ist der erste Zugang.
Der alternative zweite Zugang befindet sich auf der obersten Ebene des Seitenbaumes (also oberhalb der „Rootseite“). Auf das „TYPO3-Symbol“ klicken, dann „Liste“ und dann neues „DCE-Element“ anlegen.

DCE-Symbol

„DCE-Symbol“

DCE über Liste

neues „DCE-Element“ über „Liste“ anlegen

Klickt man auf „DCE“, kommt das folgende Fenster, in dem man einen Namen für das neue „DCE-Element“ vergeben muss. Danach muss man noch ein erstes Feld anlegen, ansonsten bekommt man beim Speichern eine Fehlermeldung. Allgemein toleriert die Extension keine leeren Felder, dort wo Ausrufezeichen sind.

Namen für das DCE

Namen für das neue Element vergeben (z.B. „3-Spalten“).

Legt man ein neues Feld an, dann sind erst mal 3 Einträge wichtig:

Element Typ wählen

Element Typ, Namen und Variable wählen

  1. Unter Typ muss man zwischen „Element“, „Tab“ und „Sektion“ wählen.
  2. Das Element bekommt einen Namen, also einen „Titel“ dieser sollte für den „Redakteur“ später sinnvoll sein (z.B. „Überschrift Spalte 1“).
  3. Das Element bekommt eine Variable zugewiesen, damit man nachher sagen kann, wohin der Inhalt „gemappt“ werden soll. Die Variable wird dann später ins jeweilige „DCE-Element-Template“ geschrieben.

zu 1.
„Element“ ist ein Inhaltselement, also ein Textfeld, eine „Check-Box“, ein Bild oder ein ganzes „RTE-Element“ etc. Das Ganze wird dann in der Konfiguration gestaltet.
„Tab“ ist ein Register-Tab-Reiter, der im Backendmodul des zu erstellenden „DCE-Elementes“ erscheint. Man kann damit seine Inhalte strukturieren. Alle Elemente, die unter dem „Tab“ angelegt werden, erscheinen dort dann auch.
„Sektion“ ist eine Zusammenfassung von Elementen zu Gruppen, die zusammengehören und deshalb auch in einem Bereich vom „Redakteur“ erfasst werden sollen. Alles was unter der „Sektion“ angelegt wird, erscheint später innerhalb der Sektion.

zu 2.
Der Name erklärt sich von selbst, er muss einfach für den „Redakteur“ sinnvoll sein.

zu 3.
Die Variablen entsprechen mehr oder weniger den „###MARKERN###“, die man bisher bei Templates benutzt hat. In den HTML-Code wird mithilfe der „View-Helper“ die Variable gesetzt und angesprochen. Ungefähr: „Setze hier den Inhalt der Variablen ein und mache mit ihm dies und das …“ Die Variable sollte sinnvoll gewählt werden, sodass man sie später, bei der weiteren Programmierung, wieder identifizieren kann.

Das Eingabe-Element wählen und es über <config> konfigurieren

Eine Reihe tiefer wählt man im Auswahlfeld „Konfiguration“ das Eingabeelement. Hier kommen die Flexforms ins Spiel. Welche Werte möglich und welche nötig sind, dazu habe ich noch keinen Überblick.
Relativ selbst erklärend sind Felder wie „Simple input field“, mit einer einfachen Konfiguration als „Input-Feld“ mit der Größe „30“, das Leerzeichen vor und nach dem Text abschneidet – „trim“ – und als „required“ behandelt, also ausgefüllt werden muss. Bei der Auswahl eines Feldtyps wird die dazugehörige Standardkonfiguration automatisch in das darunter liegende Feld geschrieben.

Anmerkug des Entwicklers Armin Vieweg zu möglichen Konfigurationen:
Hierbei handelt es sich um das ganz normale TCA von TYPO3, nur halt in Flexform (XML) Gewand.
Hier sieht man die ganzen Feld-Typen, die TYPO3 anbietet:
http://docs.typo3.org/typo3cms/TCAReference/

Die Möglichkeiten beim „Simple input field“ werden hier beschrieben:
http://docs.typo3.org/typo3cms/TCAReference/Reference/Columns/Text/Index.html

 

Element wählen mit Konfiguration

Element wählen mit Konfiguration

Das Ganze sieht dann in der Entwicklungsansicht so aus:

DCE Entwurfsansicht mit einem Element

DCE Entwicklungsansicht mit einem Element

Man kann die einzelnen Eingabefelder einklappen und ausklappen. Auf dem dunkelgrauen Feld wird der Variablenname des Eingabefeldes, hier: „{field.ueberLi}“ – also „Überschrift links“.

Unter „Vorschau“ kann man sich die Backendvorschau des DCE-Elements anzeigen lassen, im Beispiel hier ergänzt mit einem „Tab-Element“ mit der Aufschrift: „Ich bin ein Reiter“.
So sieht die Backendvorschau aus:

Backendvorschau DCE

Backendvorschau DCE mit einem „Tab“ und einem Eingabefeld

Das DCE-Element gestalten

Zu jedem „DCE-Element“ gehört ein eigenes Template – das Wichtigste und Schönste daran!
Über den Reiter Template kommt man zum jeweiligen, frei gestaltbaren „DCE-Template“.
Das sieht so aus:

DCE-Template Vorgabe

DCE-Template noch ohne eigenen Inhalt

Hier kommen die „FLUID-View-Helper“ ins Spiel, die dafür sorgen, dass der eingegebene Inhalt nach individuellen Wünschen angezeigt und gestaltet wird.

Was bedeutet hier was?

{namespace dce=Tx_Dce_ViewHelpers}
Hier vergibt der Autor einen Namensraum für die „View-Helper“, von denen man auch eigene programmieren kann. (Für uns erst mal nicht wichtig, darf aber nicht gelöscht werden.)

<f:layout name=“Default“ />
Bedeutung: Dieses individuelle „DCE-Template“ wird in das Haupttemplate „Default“ eingebettet.

Das Haupttemplate „Default“ findet man unter:
typo3conf/ext/dce/Resources/Private/Layouts/Default.html

Mit folgendem Inhalt:
<div class=“tx-dce-pi1″>
<f:render section=“main“ />
</div>

Dies sagt Folgendes:
Nehme das individuelle DCE-Template, also die „Section Main“ und packe es in einen „div-Container“ mit der Klasse „tx-dce-pi1“ und rendere darin den Inhalt der „View-Helper-Sektion-main“.

ACHTUNG oft nervige „div-Container“:
Will man den umgebenden „div-Container“ loswerden, dann muss man statt <f:layout name=“Default“ /> das ebenfalls schon vorhandene Layout <f:layout name=“None“ /> ansprechen, also einfach „Default“ durch „None“ ersetzen. Im vorgegebenen Layout „None“ ist das umgebende „div“ nicht vorhanden. Das dann immer noch erscheinende „csc-default-Wrapping“ von TYPO3 kann man unter dem Reiter „Sonstiges“ ebenfalls noch ausschalten.

<f:section name=“Main“ /> … </f:section>
Innerhalb dieser Sektion kommt das individuelle Template, wie wir es gestalten möchten, also mit dem ganzen „HTML-Code“ und unseren „CSS-Klassen“. Innerhalb dieses „HTML-Codes“ kommen dann die Variablen oder weitere „View-Helper“ die den Inhalt platzieren.

 

Individuelles DCE-Template gestalten

Ein individuelles „DCE-Template“ könnte so aussehen:

mein eigenes DCE-Template

ein einfaches DCE-Template für 3 Spalten

Erklärung „Beispiel-DCE-Template“:
Hier wird mit dem „View-Helper“ „format.html“ – der dafür sorgt, dass „HTML-Code“ nicht einfach nur ausgegeben, sondern auch interpretiert wird – in das „h2-Tag“ der Inhalt mit der Variablen „field.ueberLi“, „field.ueberMi“ und „field.ueberRe“ geschrieben. Dies sind die Inhalte, die mein „Redakteur“ in den von mir angelegten Elementen eingegeben hat und für die ich die Variablennamen individuell festgelegt habe. Verschiedene „View-Helper“, auch eigene „View-Helper“ des Entwicklers von „DCE“, finden sich in der „Template-Inhalt-(Fluid)-Auswahl“.

So sieht dann das entsprechende Eingabefenster des „Redakteurs“ aus, der hier für jede Spalte eine Überschrift vergeben kann:

Eingabefenster des Redakteurs

Eingabefenster des Redakteurs, den Haupttext könnte man dann z.B. neben „Allgemein“ unter einem eigenen „Tab“ „Inhalt“ anlegen

Weiter Eingabefelder können dann noch hinzugefügt werden. Hier gehen auch Datenbankabfragen und komplexe Geschichten wie „for-Schleifen“ und Zugriff auf TYPO3-Daten. Ich hoffe, dass der Entwickler der Erweiterung hier später ein wenig Licht in das Dunkel bringt und die komplexen Funktionen an Beispielen erklärt. Da die „FLUID-View-Helper“ verwendet werden, kann man sich im Umfeld der Erweiterungsentwicklung mit „EXTBASE/FLUID“schon dort informieren.

Ein weiteres Beispiel mit Check-Box, die in unserem Fall dafür sorgt, dass die Überschriften eine ID bekommen

Ein ähnliches Beispiel findet man auch auf dem Video des Entwicklers. Link siehe ganz oben.

Im Bereich „DCE-Element-bearbeiten“ ein neues Inhalts-Element „Check Box“ anlegen. Das funktioniert, indem ich in der Konfigurations-Auswahl einfach „Simple checkbox“ wähle und wie immer einen Titel und einen Variablennamen vergebe.

Check-Box Element im DCE anlegen

Check-Box Element im DCE anlegen

Nun habe ich eine „Check-Box“, die der „Redakteur“ anklicken kann und die den Titel „Alle Überschriften mit ID“ trägt. Diese Information muss nun verarbeitet werden. Ich will also, wenn diese Box angeklickt ist, alle Überschriften zusätzlich mit einer „ID“ ausstatten. Dazu muss ich mein „DCE-Template“ für das „Beispiel-DCE“, also das „3-Spalten-DCE“, erweitern.

Template mit einem if-View-Helper:

DCE-Template mit einem if-view-helper erweitert

„DCE-Template“ mit einem „if-view-helper“ erweitert

Erklärung:
Wenn die „{field.idChBox}-Variable“ wahr ist, also „1“ zeigt, dann nehme den ersten Teil meines Templates ansonsten nehme den Teil der unter „<f:else>“ steht.

So sieht das „DCE-Element“ dann für den „Redakteur“ aus:

Check-Box Redakteursansicht

„Check-Box“ Redakteursansicht, ganz unten: „Alle Überschriften mit ID“

Der Reiter „Wizard“ bei der DCE-Element Gestaltung

Unter dem Reiter „Wizard“ kann man anklicken, ob im „TYPO3-Backend“ das Element direkt zur Auswahl angezeigt wird und wie es dort angezeigt wird. (Sollte man aktivieren!) Zusätzlich muss man ein Symbol vergeben oder es kann ein eigenes „DCE-Element-Symbol“ hochgeladen werden. Hier kann man schön „Corporate Identities“ einhalten und aussagekräftige Symbole entwerfen z.B. für 3-Spalten, Bilder, Dia-Show etc.

Der Reiter „Detailseite“ bei der DCE-Element Gestaltung

Unter dem Reiter „Detailseite“ kann man ein zweites Template anlegen, das eine andere Ansicht des eigenen „DCE-Elementes“ zeigt. Die Ansicht wird dann über einen Link aktiviert, der einen zusätzlichen „Get-Parameter“ erhält. (Falls hier jemand gute Beispiele hat, bitte einen Link in den Kommentaren setzen!)

Der Reiter „Sonstiges“ bei der DCE-Element Gestaltung

Unter dem Reiter „Sonstiges“ findet man die oben erwähnte Funktion zum Ausschalten des TYPO3-Standard-Wrapps „csc-default“ und einem umgebenden „div-Container“. Die weiteren Funktionen, sofern nicht selbsterklärend, werden hoffentlich von der zu erwartenden Anleitung des Entwicklers erklärt.

Der Reiter „Vorschau“ bei der DCE-Element Gestaltung

Unter dem Reiter „Vorschau“ wird eine „Backend-Vorschau“ angezeigt, also so, wie unser „DCE-Element“ vom „Redakteur“ gesehen wird.

Zu guter Letzt:
Aufrufen des DCE-Elementes im Backend durch den „Redakteur“

Der lange Weg

Über „spezielle Elemente“ – „Datensätze einfügen“ – im Fenster „Datensatz einfügen“ ganz unten das gewünschte „DCE“ unter „DYNAMISCHE CONTENT-ELEMENTE“ auswählen.

DCE im Backend auswählen

„DCE“ im „Backend“ auswählen

Der kurze Weg

Im zusätzlichen Reiter „Dynamische Content-Elemente“ das gewünschte Element auswählen.

DCE einfach auswählen

gewünschtes DCE im eigenen Reiter einfach auswählen

Hoffe die Anleitung, war verständlich. Ich habe mich bemüht, ziemlich ausführlich zu sein und keine Schritte zu überspringen. Für Anregungen und Ergänzungen bin ich wie immer dankbar!

Autor: Thomas Hezel

Ergänzungen zu den obigen Erklärungen

Ergänzung von Armin Vieweg 6. Mai 2014:
Unterschiede zwischen den View Helpern <f:format.raw> und <f:format.html>
TYPO3 hat eine Funktion eingebaut, die die Ausgabe von HTML steuert. Dort kann man z.B. Klassen verbieten, Tags verbieten, etc. Oder man kann auch alle <b> z.B. automatisch in <strong> umwandeln lassen. Das alles lässt sich über TypoScript konfigurieren.
f:format.html macht genau das, bzw. ruft die entsprechende Funktion dafür auf. f:format.raw gibt den Code 1:1 aus, so wie er eingegeben wurde.
In Fluid wird HTML immer escaped. Daher braucht man einen der beiden Viewhelper, wobei format.html besonders Sinn macht, wenn man z.B. den Text aus einem RTE ausgeben möchte.

Ergänzung zu Templa Voila!  6. Mai 2014:
Templa Voila! wird von Community weiterentwickelt
Link: Templa Voila! und seine Zukunft

Windows XP: Ende der Microsoft Unterstützung am 8. April 2014

zazudesign Ende Windows XP Support

zazudesign – die Schwarzwald Werbeagentur sagt: “Windows XP ist ab sofort die größte Gefahr im Netzwerk!”

Warum muss ich etwas machen?
Windows XP läuft doch prima
Als Windows XP vor 12 Jahren herauskam gab es noch kein Facebook, kein YouTube und vor allem keine schnellen DSL-Leitungen. Die meisten Computer waren mit einem 56k-Modem mit dem Internet verbunden. Damals lief das Betriebssystem noch perfekt mit einem Computer, der gerade mal 64 Megabyte Arbeitsspeicher hatte. Doch mit der Einführung von schnellen DSL-Verbindungen und der Tatsache, dass die Benutzer jetzt permanent online sein konnten, gab es auch viele neue Möglichkeiten Viren und Schadprogramme zu verteilen. Das heutige Windows XP wurde über verschiedene Updates (Service Packs) deshalb permanent erweitert und erforderte mit den Jahren auch immer schnellere Computer, um lauffähig zu sein. Dennoch sind die Grundstrukturen bis zum heutigen Tag natürlich immer noch für eine Netzwerkstruktur ausgelegt, die von den damals vorhandenen Möglichkeiten ausgeht. Das macht das System in der heutigen schnellen Netzwerkwelt, die permanent online ist, so anfällig und gefährlich, selbst wenn augenscheinlich der alte Computer immer noch seine Dienste tut. Permanent mit einer schnellen Verbindung online zu sein bedeutet auch innerhalb kürzester Zeit große Pakete an Schadsoftware herunterladen zu können, ohne dass man es tatsächlich bemerkt. Ein 1-Megabyte-Paket an Schadsoftware mit einem 56-k-Modem herunterzuladen, das effektiv wahrscheinlich nur 32 k schnell war, hätte ewig gedauert und den kompletten Netzwerkzugang für lange Zeit blockiert. Das wäre dem Benutzer sofort aufgefallen, er hätte die Geduld verloren und das Modem vom Internet getrennt. Bei heutigen Geschwindigkeiten ist so ein Paket innerhalb von Sekunden auf den Computer geladen.

Windows XP – Service Paket 2 und 3 bis Vista
Erst mit dem Service Paket 2 kam eine Firewall und Sicherheitsupdates für den Internet Explorer hinzu, doch auch dieses war für viele Viren noch leicht zu knacken. Eines der Grundprobleme war zu diesem Zeitpunkt, dass jeder Nutzer, ob rechtmäßig oder nicht, immer mit allen Administratorrechten versorgt war. Dies war eine perfekte Voraussetzung für Viren und Skripte alles auf dem Computer anzugreifen, was man nur wollte. Das Service Paket 3 hatte einige Verbesserungen, brachte aber keine wesentlichen Unterschiede.

Zu diesem Zeitpukt kam deshalb Vista auf den Markt, das von Grund auf neu gestaltet war. Hier gab es aber aufgrund der Schnelligkeit, mit der es herausgebracht wurde viele Probleme und die Computer stürzten permanent ab. Eine Grundregel bei den meisten Computerprogrammen, ob Microsoft, Mac oder Adobe, ist es,  immer eine Weile zu warten, bis die Anfangsfehler durch Updates behoben sind und erst dann auf eine neue Version umzusteigen.

Das Vista Debakel
Vista hatte ein weiteres großes Problem, nämlich, dass es mindestens 1-2 Gigabyte Arbeitsspeicher brauchte, um einigermaßen ordentlich zu laufen. Dies war aber für die damalige Zeit (2006) eine kostspielige Angelegenheit. Auf die Computer wurden in den Läden Aufkleber geklebt mit der Aufschrift: „Dieser Computer ist kompatibel mit Vista“, was allerdings nicht unbedingt beutete, dass der neue Computer mit Vista auch genau so schnell lief wie mit Windows XP. Unter Umständen war ein Vista kompatibler Computer sogar mit dem reinen Betriebssystem überfordert, ohne dass überhaupt ein Programm lief.

Aufgrund all dieser Probleme begannen die Nutzer ihre Computer wieder zurückzustufen auf Windows XP, das eigentlich 2009 hätte auslaufen sollen. Die Hersteller, z.B. Dell, verkauften zu diesem Zeitpunkt Computer, bei denen man sogar 80 Euro zusätzlich bezahlen musste, um anstelle von Vista das alte Windows-XP-System zu bekommen.

Das Rennen mit den Hackern – neue Sicherheitslöcher gegen „Windows Sicherheitspatches“
Für Microsoft war der Imageschaden sehr groß, weshalb man sich bemühte das Windows-XP-System jedes Mal wenn eine neue Attacke mit Schadsoftware bekannt wurde, sofort mit einem neuen Update gegen diese Art von Attacken zu schützen. An dem Grundproblem, dass Windows XP nicht für die moderne Internetwelt geeignet ist, änderten diese Updates allerdings nichts. Mit dem Einstellen des Supportes von Windows XP wird ab dem 8. April 2014 auch das ewige Rennen zwischen Hackern und Microsoft – Schadsoftware gegen Updates – eingestellt. Somit stellen Windows-XP-Computer ab diesem Tag ein noch größeres Sicherheitsrisiko dar, da die neu entstehenden Sicherheitslücken nicht mehr behoben werden.

Botnetze und Windows XP
Man kann davon ausgehen, dass ca. jeder siebte Computer Teil eines Botnetzes ist. Ein Botnetz ist ein Netzwerk von Computern, die von Hackern mit Hilfe von Viren, Trojanern, Würmern etc. unter ihre Kontrolle gebracht wurden. Gut programmierte Botnetzprogramme verstecken sich dabei auch vor den Virenscannern. Der Benutzer merkt oft jahrelang nicht, dass sein Computer davon betroffen ist. Ist der eigene Computer Teil eins Botnetzes, so kommuniziert er lediglich von Zeit zu Zeit mit dem Steuerungscomputer und übermittelt Passwörter, Bankkontendaten, Kreditkartendaten etc., die das Bodnetzprogramm bei der Eingabe durch den Benutzer mitgelesen hat. Der eigene Computer kann aber auch für feindliche Angriffe auf andere Computer oder zum Versenden von Spam benutzt werden. Dadurch bleiben die eigentlichen Verursacher unentdeckt, da sie sich hinter der IP-Adresse des übernommenen Computers verstecken können. Windows XP Computer sind leicht zu überlisten und deshalb in den meisten Botnetzen überproportional vertreten. Baut man seinen Computer komplett mit einem neuen Betriebssystem auf, so wird man auch eine Mitgliedschaft bei einem Botnetz los.

Der eingeschaltete und mit dem Netzwerk verbundene Computer reicht als Einstiegslücke
Was viele Nutzer nicht beachten ist, dass selbst wenn man den alten Windows-XP-Computer nur für kleinere Dinge benutzt, z.B. Steuersoftware oder Kassenprogramm etc., er ab dem Moment, ab dem er mit dem Netzwerk über ein Kabel oder über WLAN verbunden ist, als Einstiegslücke für Schadsoftware fungieren kann. Dies ist unabhängig davon, ob man den Computer gerade benutzt oder nicht. Wenn er eingeschaltet ist, liegt die Schwachstelle genau bei diesem Gerät.

Was ebenfalls beachtet werden sollte ist, dass Hacker natürlich sehr viel Arbeit damit haben, immer wieder ihre Strategien auf die neuen Windows-Updates einzustellen. Ab dem Tag, ab dem Microsoft seinen Windows-XP-Support allerdings einstellt, können Hacker davon ausgehen, dass ihre Schadsoftware von da an ewig funktionieren wird.

Es kann davon ausgegangen werden, dass sehr viele neue Angriffe gegen Windows XP nach dem 8. April 2014 stattfinden werden. Dies ist der Hauptgrund, warum kein Windows-XP-Computer nach diesem Datum noch an irgendeinem Netzwerk betrieben werden sollte!

Office 2003 und der Internet Explorer Version 6, 7 und 8
Mit Windows XP stellt Microsoft auch den Support für Office 2003 ein. Auch diese Pakete stellen damit ab sofort ein sehr hohes Risiko für den Betrieb dar, da auch über das einfache Word-Programm Attacken gegen Computer durchgeführt werden können.

Zu den alten Internet-Explorern 6, 7 und 8, die ebenfalls nicht mehr benutzt werden sollten, siehe auch unseren anderen Blogbeitrag:
Hallo i-genwillig! Adieu Internet Explorer Version 6, 7 und 8!

Wer Windows XP noch weiterbetreiben muss oder trotz aller Warnungen noch weiter betreiben will, für den gibt es hier einige wichtige Tips, wie man den Wechsel mit einigen Maßnahmen noch hinauszögeren kann:
Windows XP noch eine Weile betreiben

Autor: Thomas Hezel

Wie kundenfeindlich ist Ihre Telefonzentrale?

Telefonzentrale zazudesign

Wie kundenfeindlich ist Ihre Telefonzentrale?

Sie haben eine ausgefeilte Website, machen komplexe Suchmaschinenoptimierungen, Online-Kampagnen, Social-Marketing-Aktionen und womöglich noch Coachingseminare mit gemeinsamem Abenteuerurlaub zur Mitarbeitermotivation. Doch oft vergisst man sich um das Naheliegendste zu kümmern:

Das gute alte Telefon, die wahrscheinlich immer noch wichtigste Anlaufstelle Ihres Unternehmens.

Schon die etwas übertrieben freundliche leicht erregte Stimme, die versucht Sie wieder ganz schnell weiterzuverbinden oder einfach wieder loszuwerden, verrät die junge Praktikantin, die zum Telefondienst abgestellt wurde.
Sie wollen der Firma einen Auftrag erteilen, der aber nicht genauso auf der Firmenwebsite abgebildet ist und zwei drei Besonderheiten aufweist. Wer da zuständig ist, muss die Telefonistin erstmal erfragen. Sie erfahren nach einer Warteschleife, es ist eine Frau Müller, aber diese Frau Müller macht heute Home-Office. Es gibt eine Handynummer, die Sie notieren dürfen und die Sie dann auch anrufen. Auf der Handynummer geht keiner ran und es meldet sich auch keine Mailbox. Haben Sie sich verwählt, Sie wissen es nicht. Wie man Ihnen bei Ihrem zweiten Anruf in der Zentrale versichert, ruft Frau Müller sofort zurück, wenn Sie einen verpassten Anruf auf ihrem Handy sieht. Tut sie aber nicht, es ist Freitag und schon kurz vor zwölf Uhr mittags. Die Zentrale teilt Ihnen weiter mit, dass Sie eine Email schreiben sollen, man würde die Email dann an Frau Müller weiterleiten oder Sie sollen eine Email eben direkt an Frau Müller schicken. Da Sie aber einen Auftrag für die Firma haben, der etwas komplexer ist, wollen Sie keine umständliche Email schreiben. Sie schreiben aber an f.mueller@firma.de – diese Emailaderesse haben sie am Telefon genannt bekommen – eine kurze Notiz, in der Sie um Rückruf bitten. Die Email kommt nach einer Weile als unzustellbar zurück.
Sie rufen am Montag wieder in der Zentrale an, wo Sie erfahren, dass es keine Frau Müller in diesem Unternehmen gibt, aber eine Frau Mühler. Die ist momentan aber leider nicht an ihrem Platz, vielleicht in einer Besprechung oder unterwegs oder immer noch im Home-Office. Beim letzten Versuch mit der Handynummer der Frau, von der Sie jetzt immerhin wissen, dass Sie Mühler mit „h“ heißt, nimmt aber wieder keiner ab und eine Mailbox gibt es auch immer noch nicht …

Ein übertriebenes Szenarium? Nein, so oder so ähnlich haben wir schon viele Anrufversuche durchlitten, bis wir eine Firma dann endlich mit einem Auftrag beglücken durften.

 

Die 10 Todsünden von Telefonzentralen und Firmenhandys

  1. Ein Telefonanrufbeantwortungscomputer mit vielen Untermenüs
  2. Ein Telefonanrufbeantwortungscomputer bei dem Sie Ansagen immer bis zum Ende anhören müssen, bevor Sie einen Menüpunkt auswählen können. Meist ist schon der erste oder der zweite Punkt der richtige, Sie müssen dann aber noch 10 andere Punkte anhören, bis Sie endlich die Eingabetaste drücken können. Falls Sie früher drücken, wird das Ganze abgebrochen und beginnt von vorne. Bei einem zweiten Anrufe müssen Sie sich das Ganze wieder erneut anhören.
  3. Ein Telefonanrufbeantwortungscomputer, der die Stimme nicht zu 100% erkennt, auch auf Schwäbisch, Sächsisch, genuschelt, mit Schnupfen, leicht vom Hörer abgewendet etc. „Ich habe Sie nicht verstanden …“ und dann beginnt alles nochmals von vorne. Ein Albtraum.
  4. Warteschleifen, die ins Nichts führen oder über drei Anschlüsse – an denen niemand antwortet – zurück zur Zentrale (sehr beliebt bei Ämtern).
  5. Die Telefonzentrale, die Ihnen sofort vermittlet, dass Sie lästig sind und abgewimmelt werden müssen. „Haben wir nicht, brauchen wir nicht, tun wir nicht – Auf Wiederhören!“
  6. Am Telefon sitzt die junge Praktikantin, die das Unternehmen nicht kennt und Ihnen sofort das Gefühl von Unsicherheit gibt und dabei versucht, Sie mit verhuschter Freundlichkeit wieder möglichst schnell loszuwerden.
  7. Die überlastete Telefonzentrale, die keine Zeit hat Ihnen zuzuhören und Sie erstmal einfach irgendwohin verbindet: Hauptsache weg!
  8. Mitarbeiter, die Sie, nachdem Sie sich die Handynummer auf einem Zettel – den Sie aber gerade nicht zur Hand hatten – notiert haben im Home-Office anrufen müssen.
  9. Handyanschlüsse ohne Mailbox, bei denen keiner abnimmt und Sie so nicht einmal wissen, ob Sie die richtige Nummer gewählt haben und natürlich auch keine Nachricht hinterlassen können.
  10. Handyanschlüsse, bei denen bei der Mailbox nur die Nummer angesagt wird, aber nicht der Name desjenigen, den Sie anrufen wollen. Haben Sie sich verwählt, ist das der richtige Mitarbeiter der Firma?

 Wie oft haben Sie erlebt, dass Ihnen die Telefonzentrale eines Unternehmens, egal wie unwichtig, kompliziert oder für die Firma unpassend Ihr Anliegen war, einfach nur kompetent und in aller Ruhe helfen wollte?

Natürlich trifft man auf die freundliche Telefonistin, die Ihr Standardritual der Anrufsentgegennahme mit Perfektion nach amerikanischem Muster: „Yes Sir I can help you!“, abspult. Aber wenn es dann kompliziert wird, ist Sie dann auch kompetent, kennt das Unternehmen, seine Produkte, seine Dienstleistungen, die genauen Aufgabenbereiche der einzelnen Abteilungen und kann Sie selbstständig für Anfragen, die nicht ins Standardschema passen, eine Lösung finden?
Dies ist eine schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe und geht nur dann, wenn derjenige der am Telefon ist, das Unternehmen, die Produkte, die Dienstleistungen und das Betätigungsfeld, in dem das Unternehmen tätig ist gut kennt. Die Praktikantin ist damit meist überlastet und die Sekretärin, die nebenbei noch das Telefon macht, hat oft gerade ganz andere Aufgaben zu erledigen, die viel dringender sind.

Es kommt selten vor, aber wenn es passiert, dass die Telefonzentrale mit Kompetenz und Engagement tatsächlich eine Lösung für ein Problem findet, ist man angenehm überrascht und wird den Namen der Firma, die man angerufen hat, nicht so schnell vergessen und das im positiven Sinn!

Autor: Thomas Hezel

Foto: © yeehaaa – Fotolia.com