HP-Netzwerk-Switch und Drucker Probleme

Bei den meisten Netzwerkdruckern wird bei der Einrichtung empfohlen das „Line Printer Daemon Protocol – LPD“ zu verwenden. Das Protokoll wurde ursprünglich für UNIX entwickelt und wird deshalb vor allem für den MAC empfohlen, da dieser auf einer UNIX-Plattform aufbaut. Bei der Einrichtung meines Canon Netzwerkdruckers wurden allerdings die Spooling-Dienste, also die Ausgabe der Druckdateien blockiert. Das reine Einrichten des Druckertreibers hat allerdings funktioniert. Nach langem Suchen und auch einigen Versuchen beim HP-Support, haben wir herausgefunden, dass es am Switch lag, der das „LPD-Protokoll“ blockiert hat. (Das IPP Internet Printing Protocol hat funktioniert.)

Das Problem liegt in den DoS-Attack-Einstellungen, die ziemlich mißverständlich sind.

ACHTUNG:

Die Storm Control ist zwar aus, aber die Auto DoS Features sind immer noch an, obwohl es nicht den Anschein hat!

Invalid TCP Flags Attack ist der Bösewicht, der das Ganze blockiert!

Bild oben: So funktioniert das LPD-Protocol nicht!

 

So funktioniert das LPD-Printing-Protocol auch beim HP-Switch:

 

So funktioniert das LPD-Line-Printer-Daemon-Protocol auch mit dem HP-Switch

 

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Kameratest Sony FS7 versus Sony FS5

Die Frage, die sich uns stellte war, kann man eine Sony PXW-FS5 als zweite Kamera neben einer Sony PXW-FS7 benutzen? Bei Interviews wäre es gut mit einer Kamera die Großaufnahme zu machen, und mit der zweiten Kamera eine totalere Einstellung.

Die Antwort ist schlicht und einfach: NEIN

Zu den Details:

Die FS7 wird von uns in der Regel im S-Log3 Modus, mit folgendem Codec betrieben:
XAVC-I-Mod.: HD 50p VBR, max. Bitr. 185 Mbit/s, MPEG-4 H.264/AVC
Dies ist ein „Intra-Codec“ d. h. es wird nur innerhalb eines einzelnen Bildes komprimiert, nicht aber über mehrere Bilder hinweg (Long-Gop).

Die FS5 bietet etwas ähnliches wie S-Log3, es nennt sich hier Modus 8 und ist wahrscheinlich eher so etwas wie ein „Picture Style“.
Als Codec kann man wählen zwischen einem 4K-Codec mit  100 Mbit/s und einem HD-Codec mit 50 Mbit/s. Beim 4K-Codec kommt man nur auf 25 Vollbilder pro Sekunde, was zu etwas ruckeligen Bewegungen führen kann, beim HD-Codec schafft man 50 Vollbilder pro Sekunde:

XAVC QFHD (3.840 x 2.160) bei 29,97p, 25p, 23,98p, 100 Mbit/s/60 Mbit/s

XAVC HD (1.920 x 1.080) bei 59,94p, 50p, 50 Mbit/s/35 Mbit/s

Die Erwartung war, dass der 4K-Codec heruntergerechnet auf HD, durch die Bitrate von 100 Mbit/s eine bessere Bildqualität ergibt, als der HD-Codec mit lediglich 50 Mbit/s, die dafür etwas ruckeligeren Bewegungen würde man dafür in Kauf nehmen. Beide Codecs der FS5 sind Long-Gop-Codecs, d. h. sie komprimieren nicht nur innerhalb eines einzelnen Bildes, sondern  über mehrere Bilder hinweg. Dabei wird nicht immer ein ganzes Bild gespeichert, sondern nur die Teile eines Bildes, die sich zum vorangegangenen Bild hin unterscheiden. Nach einer gewissen Anzahl von Bildern kommt dann wieder eine ganzes Vollbild.

Sony FS5 mit eingeschränkten Möglichkeiten.

Ergebnis

Das Ergebnis war dann doch ziemlich ernüchternd. Auf dem folgenden Foto haben beide Kameras die gleiche Blende und benutzen das gleiche Objektiv von Canon (24-70 mm  f 2.8 Zoom):

Sony FS5 versus Sony FS7 Auflösungsvergleich: links die FS5 mit dem erhöhten Rauschen, rechts die FS7. Bitte auf das Bild KLICKEN um den Unterschied besser zu sehen!

Wenn man das Bild auf seine Orginalgröße vergrößert, sieht man das starke Griseln im Hintergrund und auch ein starkes Rauschen in den Schwarztönen, obwohl sie schon auf dem Wavemonitor ganz unten liegen, also zum vollen Schwarz hin tendieren müssten.

Erstaunlicherweise hatte auch die 4K-Aufnahme, auf HD verkleinert, den selben Effekt und war nicht von der HD-50 Mbit/s-Aufnahme der FS5 zu unterscheiden. Das FS7-Bild auf der rechten Seite sieht dagegen sauber und glatt aus. Hier spielen die 185 Mbit/s und die Intra-Frame-Kodiereung, zusammen mit dem echten S-Log3, ihre ganze Stärke aus.

Für ein normales TV-Interview kann man die FS5 sicherlich als zweite Kamera neben der FS7 benutzen. Wir sind aber meist in Afrika unterwegs, mit dunkelhäutigen Menschen in der grellen Sonne oder vor extremen hellen Hintergründen, da wird es nicht nur mit einer Beta-Cam sondern auch mit der FS5 sehr problematisch. Zudem werden unsere Filme auch bei Veranstaltungen gezeigt, d. h. auf großen Bildschirmen, wo dann das Rauschen der FS5 extrem unangenehm auffallen würde.

Mein Fazit

Lieber etwas mehr Geld ausgeben und mit zwei Sony FS7 reisen, zumal der Preisunterschied im Einkauf der Kameras, mit 6.000 Euro für das Gehäuse der FS5 und 7.500 Euro für das Gehäuse der FS7 nicht so groß ist. Die FS5 ist bei dieser Qualität auch einfach viel zu teuer.

Autor: Thomas Hezel

 

 

 

 

 

 

 

Dreharbeiten, filmen in Ghana

Montag Morgen, an einem kalten Tag im Januar, die Botschaft Ghanas, am Ende der Schönhauser Allee in Berlin, ist zum Bersten voll. Ghana scheint ein beliebtes Land zu sein. Allerdings warten die meisten Anwesenden am Schlater für Passangelegenheiten und nur wenige am Visaschalter. Nach Angaben der englischsprachigen Dame brauchen wir für die Dreharbeiten in Ghana lediglich eine Presseakkreditierung und die normalen Online-Visa. Ich bekomme nach einiger Wartezeit ein kopiertes Formular für die Presseakkreditierung.

Die Presseakkreditierung über die Botschaft einzuleiten dauert, so wie es aussieht, allerdings eher Wochen als Tage. Alle Visa für das Drehteam können aber nur mit der Vorlage der Presseakkreditierung beantragt werden.

Im Internet finde ich einen sogenannten „Fixer“ in Accra:

Sulley Lansah
+233 545067569
+233 302767198
sule223@gmail.com

Er reagiert auf meine Mail innerhalb von einer Stunde und versichert mir, dass bei Vorlage aller Unterlagen, er eine Akkredietierung beim Ministerium für Information innerhalb eines Arbeitstages beantragen kann. Ich bekomme von ihm eine pdf-Vorlage zur Presseakkreditierung zugeschickt, die sich geringfürgig von der unterscheidet, die mir die Botschaft mitgegeben hat. Da ich schon mit der Vorlage der Botschaft begonnen habe benutze ich diese. Für jedes Mitglied des Filmteams muss ein Formular ausgefüllt und unterzeichnet werden. Zudem will er gescannte Passbilder und auf einem offiziellen Briefpapier der Filmproduktion eine genaue Angabe über die geplanten Dreharbeiten plus eine Equipmentliste mit den Seriennummern aller Geräte. Angeblich sind die Seriennummern wichtig, um bei Diebstahl oder Verlust nachweisen zu können welches Gerät gestohlen wurde.

Da ich schon die Einladung unseres Drehortes in Ghana (Universität von Ghana) habe, lege ich auch diese bei.

Die Formulare für die Akkreditierung habe ich als PDF in Indesign hinterlegt und dann ausgefüllt und die Unterschriften gescannt darunter gepackt.

PRESSEAKKREDITIERUNG

  • Passbilder gescannt
  • Brief auf offiziellem Papier der Filmproduktion mit genauen Angaben über die geplanten Dreharbeiten
  • ausgefülltes und von jedem Mitglied des Drehteams ausgefülltes Formular (bei der Botschaft erhältlich)
  • Equipmentliste mit Seriennummern und genauer Gerätebezeichung plus Wert der Geräte
  • (Einladungsschreiben des Drehortes in Ghana)
  • Kosten 90 USD pro Person (Januar 2016)

Auf der Seite der deutschen Botschaft in Accra findet man ebenfalls Angaben zur Presseakkreditierung und zu Dreharbeiten in Ghana:

http://www.accra.diplo.de/Vertretung/accra/de/07_20Kultur/Hinweise_20f_C3_BCr_20Journalisten/seite__journalisteninfo.html

Hier wird noch darauf hingewiesen, dass es trotz erfolgreicher schriftlicher Akkreditierung erforderlich ist, nach Ankuft in Accra, direkt beim Informationsminister persönlich vorzusprechen, um so die Akkreditierung abzuschließen. Dafür sollte man vorab einen Termin beim Ministerium buchen.
Diesen Schritt erledigt für uns Suley, da er dort wohl bekannt ist und seine Kunden das persönliche Vorsprechen erspart.

Für die Drehgenehmigungen vor Ort, schreibt mir Suley, dass er auch diesbezüglich behilflich sein kann. Falls Drehorte noch gesucht werden, könne er auch welche vorschlagen. Da wir lediglich an der Universität drehen, regelt dies jedoch die Fakultät für uns. Aber auch dies funktioniert „afrikanisch“, also mit sehr viel Respekt vor der Universitätsobrigkeit und klappt erst in letzter Minute.

Visum für Ghana, besser vor Ort bezahlen!

 

2-SCHRITTE-VISA:
ON-LINE-BEANTRAGUNG UND OFF-LINE-VERVOLLSTÄNDIGUNG

ONLINE

Jeder Visumantrag für Ghana beginnt auf der Online-Plattform der Botschaft. Man kann den Antrag auch beginnen und sich dann mit der Antragsnummer später wieder einloggen und weitermachen.

Es empfiehlt sich die Anweisungen sehr genau durchzulesen und zu beachten. Besonders amüsant sind die Angaben für die hochzuladenden quadratischen Fotos (Achtung kein biometrisches Passbild). Die Botschaft möchte einen neutralen Hintergrund und gibt dann das Speicherformt vor, die Pixelgröße, den Farbraum, die Kompressionsstärke etc. Wer sich mit Photoshop gut auskennt, für den ist dies sicher kein Problem (jpg mit weniger als 20:1 Kompression, sRGB, Pixelgröße etc.), für alle Anderen empfiehlt die Botschaft sich doch lieber gleich an einen professionellen Fotografen zu wenden und warnt, dass bei Fotos mit falschen technischen Spezifikationen der Antrag abgelehnt wird.

Zu beachten ist auch, dass nach zwei Einladungs-/Ansprechpartnern in Ghana gefragt wird, die jeweils mit einer Ausweiskopie ihre Identität bestätigen müssen. Ich habe zwei Universtitätsprofessoren angegeben, jedoch ohne Ausweiskopie. Dieses Vorgehen hat funktioniert, da es sich um Personen einer Institution und nicht um Privatpersonen handelte.

Scannen und hochladen muss man Folgendes:

  • Foto
  • Einladungsschreiben aus Ghana
  • Bestätigung/Beschreibung ausgestellt von der Filmproduktion auf offiziellem Papier (hier immer reinschreiben, dass die Firma alle Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Transport übernimmt)
  • Flugplan/Tickets
  • Kopie Pass
  • (Bei mir noch Bescheinigung des deutschen Auftraggebers.)

OFF-LINE

Nach erfolgreichem Abschluß des Online-Antrages druckt man diesen aus und geht mit den ganzen Unterlagen (die zuvor schon hochgeladen wurden, plus dem Pass) zur Botschaft.

Nun gibt man den Antrag ab und kann, je nachdem was man beantragt hat, beim Schnell-Visum angeblich nach 3 Tagen und beim Normal-Visum in 1-2 Wochen mit einer abschließenden Bearbeitung rechnen. Man bekommt – manchmal aber nicht immer – eine Email oder eine SMS, die einem zur Abholung des Passes auffordert. Ansonsten kann man den Bearbeitungsstand auch online einsehen.

ACHTUNG

Auf der Online-Plattform steht, dass die Bezahlung für die Visumgebühr nur auf das Konto der Botschaft Ghanas bei der Deutschen Bank erfolgen kann. DIES IST FALSCH! Alle professionellen Visaagenten bezahlen bar am Schalter bei der Botschaft in Berlin. Bis meine Banküberweisung im Visasystem sichtbar war, dauerte es eine Woche, obwohl das Geld laut Aussage der Deutschen Bank schon am selben Tag auf dem Konto der Botschaft eingetroffen war.

Mein Schnellvisa für 100 Euro, das eigentlich innerhalb von 3 Tagen hätte ausgestellt werden sollen, wurde so erst nach einer Woche bearbeitet. Bei meiner persönlichen Nachfrage bei der Botschaft sagte die Bearbeiterin, dass sie das Geld noch nicht im System sehen würde und mein Antrag deshalb auch nicht bearbeitet würde. Ich war schon kurz davor doppelt zu bezahlen, als es dann, einen Tag vor Abreise, doch noch klappte.

ZOLL

Ghana gehört NICHT zur ATA-Carnet-Gruppe und erfordert deshalb besondere Zollformularitäten bei der Einreise mit einer professionellen Filmausrüstung.

Im Grunde funktioiert dies in Afrika eigentlich immer gleich:
Entweder man hinterlegt eine Sicherheit (in der Regel 20% des geschätzten/wahren Equipmentwertes), die man zwar zurückfordern kann, aber in der Regel nie wieder sieht oder man findet jemandem, der für die vollständige Wiederausfuhr des Equipments bürgt. Ein sogenannter „Custom Bond“ wird meist von Speditionen gegen eine Gebühr ausgestellt.
Die Alternative ist stundenlanges Verhandeln bei der Einreise mit einem Zöllner (bei mir waren es meist resolute Damen, unterstützt von mehreren Gehilfen),  um den Preis für die sogenannte „Hinterlegung“, die man jedoch nie wieder sieht, auszuhandeln. Das begann dann z.B. in Tanzania bei 20.000 bis 30.000 USD und endete nach 3 Stunden bei 2.000 USD, die ein schnell herbeigerufener Jugendfreund der Zöllnerin, der zufüllig eine Spedition betreibt, als „Bond-Gebühr“ ohne Quittung in seine Tasche steckte.

In Ghana erledigte die „Bond-Formalitäten“ Suley gegen eine Gebühr von 200 USD für zwei Filmausrüstungen, die an zwei verschieden Tagen ins Land kamen und mit einem Wert von 6.000 USD und 9.000 USD als Gebrauchtgeräte angegeben waren (ungefähr 15% des tatsächlichen Wertes).

Bei der Einreise am Flughafen in Accra geht man nach dem Gepäckband durch zwei Reihen von Zolltischen, an denen die Koffer kontrolliert werden. Ich war schon an allen Tischen vorbei, als am Ende die „übliche“ resolute Dame meinen Alukoffer entdeckte und mich zu sich an den Aufsehertisch beorderte. Sie legte zusammen mit ihren Gehilfen dann auch sofort los und als sie das Wort „Filmausrüstung“ hörte ,verlangte sie nach der Kaution oder einem „Custom-Bond“. Suley wollte mich zwar abholen, wartete aber draußen. Ich gab einem der Zöllner die Telefonnummer, worauf er Suley anrief und ihm durch die Eingangskontrolle half. Suley hatte die entsprechenden Papiere, die er schon beim Zoll am Nachmittag abgestempelt hatte. Es musste noch ein Formular ausgefüllt werden, dann war ich durch und erfolgreich in Ghana eingereist.

Als der Kameramann zusammen mit dem Tonmeister mit der zweiten Ausrüstung einreisten, waren alle Zolltische leer und weit und breit keine Zöllner zu sehen. Allerdings war es Sonntagnachmittag.

KOSTEN

  • Presseakkreditierung (über den Fixer) pro Person 90 USD
  • Schnell-Visa pro Person 100 €
  • Zoll („Custom Bond“) 200 USD
  • Gage Fixer 400 USD
  • Minibus mit Fahrer über den Fixer pro Tag 120 USD

Ich habe dem Fixer Sulley Lansah gleich bei meiner Ankuft die komplette Summe, auch für das Team und den Minius vorab ausbezahlt. Das war ein kleines Waagnis, aber es hat mit gutem Vertrauen funktioniert.

 

Auch die schönste Reise beginnt mit den Formalien auf der Botschaft. Afrikanische Botschaften lieben Papier – viel Papier – und am besten mit schönen buten Stempeln.

 

Accra hat auch schöne Seiten, nur ging es hier um Entwicklungsprojekte, die natürlich genau dort ansetzen, wo es eben nicht ganz so schön ist. (Björn Geldermann – Ton, Peter Armin Petrides – Kamera, Ghana 2016 – für zazudesign – die Schwarzwald Werbeagentur in Berlin)

 

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