Kameratest Sony FS7 versus Sony FS5

Die Frage, die sich uns stellte war, kann man eine Sony PXW-FS5 als zweite Kamera neben einer Sony PXW-FS7 benutzen? Bei Interviews wäre es gut mit einer Kamera die Großaufnahme zu machen, und mit der zweiten Kamera eine totalere Einstellung.

Die Antwort ist schlicht und einfach: NEIN

Zu den Details:

Die FS7 wird von uns in der Regel im S-Log3 Modus, mit folgendem Codec betrieben:
XAVC-I-Mod.: HD 50p VBR, max. Bitr. 185 Mbit/s, MPEG-4 H.264/AVC
Dies ist ein „Intra-Codec“ d. h. es wird nur innerhalb eines einzelnen Bildes komprimiert, nicht aber über mehrere Bilder hinweg (Long-Gop).

Die FS5 bietet etwas ähnliches wie S-Log3, es nennt sich hier Modus 8 und ist wahrscheinlich eher so etwas wie ein „Picture Style“.
Als Codec kann man wählen zwischen einem 4K-Codec mit  100 Mbit/s und einem HD-Codec mit 50 Mbit/s. Beim 4K-Codec kommt man nur auf 25 Vollbilder pro Sekunde, was zu etwas ruckeligen Bewegungen führen kann, beim HD-Codec schafft man 50 Vollbilder pro Sekunde:

XAVC QFHD (3.840 x 2.160) bei 29,97p, 25p, 23,98p, 100 Mbit/s/60 Mbit/s

XAVC HD (1.920 x 1.080) bei 59,94p, 50p, 50 Mbit/s/35 Mbit/s

Die Erwartung war, dass der 4K-Codec heruntergerechnet auf HD, durch die Bitrate von 100 Mbit/s eine bessere Bildqualität ergibt, als der HD-Codec mit lediglich 50 Mbit/s, die dafür etwas ruckeligeren Bewegungen würde man dafür in Kauf nehmen. Beide Codecs der FS5 sind Long-Gop-Codecs, d. h. sie komprimieren nicht nur innerhalb eines einzelnen Bildes, sondern  über mehrere Bilder hinweg. Dabei wird nicht immer ein ganzes Bild gespeichert, sondern nur die Teile eines Bildes, die sich zum vorangegangenen Bild hin unterscheiden. Nach einer gewissen Anzahl von Bildern kommt dann wieder eine ganzes Vollbild.

Sony FS5 mit eingeschränkten Möglichkeiten.

Ergebnis

Das Ergebnis war dann doch ziemlich ernüchternd. Auf dem folgenden Foto haben beide Kameras die gleiche Blende und benutzen das gleiche Objektiv von Canon (24-70 mm  f 2.8 Zoom):

Sony FS5 versus Sony FS7 Auflösungsvergleich: links die FS5 mit dem erhöhten Rauschen, rechts die FS7. Bitte auf das Bild KLICKEN um den Unterschied besser zu sehen!

Wenn man das Bild auf seine Orginalgröße vergrößert, sieht man das starke Griseln im Hintergrund und auch ein starkes Rauschen in den Schwarztönen, obwohl sie schon auf dem Wavemonitor ganz unten liegen, also zum vollen Schwarz hin tendieren müssten.

Erstaunlicherweise hatte auch die 4K-Aufnahme, auf HD verkleinert, den selben Effekt und war nicht von der HD-50 Mbit/s-Aufnahme der FS5 zu unterscheiden. Das FS7-Bild auf der rechten Seite sieht dagegen sauber und glatt aus. Hier spielen die 185 Mbit/s und die Intra-Frame-Kodiereung, zusammen mit dem echten S-Log3, ihre ganze Stärke aus.

Für ein normales TV-Interview kann man die FS5 sicherlich als zweite Kamera neben der FS7 benutzen. Wir sind aber meist in Afrika unterwegs, mit dunkelhäutigen Menschen in der grellen Sonne oder vor extremen hellen Hintergründen, da wird es nicht nur mit einer Beta-Cam sondern auch mit der FS5 sehr problematisch. Zudem werden unsere Filme auch bei Veranstaltungen gezeigt, d. h. auf großen Bildschirmen, wo dann das Rauschen der FS5 extrem unangenehm auffallen würde.

Mein Fazit

Lieber etwas mehr Geld ausgeben und mit zwei Sony FS7 reisen, zumal der Preisunterschied im Einkauf der Kameras, mit 6.000 Euro für das Gehäuse der FS5 und 7.500 Euro für das Gehäuse der FS7 nicht so groß ist. Die FS5 ist bei dieser Qualität auch einfach viel zu teuer.

Autor: Thomas Hezel

 

 

 

 

 

 

 

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